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Ursprung und Geschichte der Gesellschaft für Biologische Chemie

- seit 1996: Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie -

Prof. Dr. Ernst AUHAGEN,
Schriftführer und Schatzmeister von 1959 bis 1983, verfaßte zum 40. Jahrestag des Bestehens der Gesellschaft einen Rückblick auf die Gründungsjahre. Dieser Text wird im folgenden -leicht gekürzt und durch kleine Aktualisierungen in Gedankenstrichen ergänzt- wiedergegeben:

(Veröffentlicht in: Biological Chemistry Hoppe-Seyler, Vol. 368, pp. 1001-1014, September 1987)

Inhalt

Vorgeschichte und Gründung
Mosbach und Homburg, die ersten Tagungen
Wandlung
IUB und FEBS
Namensänderung
Studiengruppen
Otto-Warburg Medaille und Namensvorlesungen
Ausbildung
Abschluß
Literatur


Die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie ist am 30. September 1947 unter dem Namen "Gesellschaft für Physiologische Chemie" gegründet worden.

Vorgeschichte

Geburt und Geschichte einer deutschen naturwissenschaftlichen oder medizinwissenschaftlichen Vereinigung beginnen fast immer im Schoße der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte. Diese wurde im Laufe einer ersten Versammlung gegründet, zu der der Naturphilosoph und Physiologe Lorenz Oken auf den 18. September 1822 nach Leipzig eingeladen hatte. Die Statuten vom 10. Oktober 1822 sagen in Paragraph 2: Der Hauptzweck der Gesellschaft ist, den Naturforschern und Ärzten Deutschlands Gelegenheit zu verschaffen, sich persönlich kennenzulernen. Dieser Satz zeigt deutlich, was den rund 60 in Leipzig versammelten Gelehrten in ihrem großen, aber damals engmaschigen Vaterland am meisten fehlte.

Unter den Versammlungen, die der ersten alljährlich im September folgten, brachte die 7., die 1828 in Berlin stattfand, eine bedeutsame Änderung. Auf Vorschlag ihres Vorsitzenden Alexander von Humboldt wurden Sektionen eingeführt, die in Parallelsitzungen eigene Programme durchführten und aus denen später viele der heutigen Fachgesellschaften hervorgegangen sind. Zunächst fanden sich 7 Abteilungen zusammen. darunter die anatomisch physiologische, die für fast alle folgenden Versammlungen ihre eigenen Sitzungsprogramme aufgestellt hat, bis die Physiologie auf der 50. Versammlung 1877 in München erstmals allein als Sektion auftrat. Ab 1885 wurde das zur Regel; es hat dann aber noch fast 20 Jahre gedauert, bis sich aus der Gruppe XIVa der 76. Versammlung in Breslau im September 1904 die Deutsche Physiologische Gesellschaft bildete (1). Vielleicht hat das so lange gedauert, weil die Physiologie die breite Brücke zwischen den Grenzen der reinen Naturwissenschaften und der Medizin bildet und deshalb gezögert hat, sich aus der direkten Gemeinschaft mit Physik und Chemie innerhalb der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte zu lösen.

Zu der neuen Gesellschaft gehörten als Mitglieder auch die Vertreter der Physiologischen Chemie an deutschen Universitäten. Das Wachsen ihres Einflusses und ihrer Ansprüche fand bei den Physiologen nicht einhellige Zustimmung. Meinungsverschiedenheiten entzündeten sich zuletzt an einer Verordnung über die ärztliche Vorprüfung aus dem Jahre 1932, die vorsah, daß die Ergebnisse gesonderter Prüfungen in Physiologie und Physiologischer Chemie gemittelt werden sollten und daß dieses gemittelte Ergebnis mit dem der Anatomieprüfung gleich bewertet werden sollte. Die Physiologen sahen darin eine bedenkliche Teilung ihres großen Faches, während sie einer allmählichen und organischen Entwicklung der Physiologischen Chemie zu einem unabhängigen Fach ihre volle Unterstützung geben wollten.

Damals 1932 gab es selbständige Institute für Physiologische Chemie lediglich an den Universitäten Berlin, Frankfurt, Freiburg, Leipzig, Tübingen und Würzburg. 10 Jahre später war der Kreis größer geworden, und auf Einladung von Franz Knoop und Dankwart Ackermann fanden sich 15 beamtete Vertreter ihres Faches am 25. März 1942 in Würzburg zur Gründung der Deutschen Physiologisch Chemischen Gesellschaft zusammen. Knoop war ihr Vorsitzender. Ackermann ihr stellvertretender Vorsitzender, der auch als Schatzmeister wirkte. Tagungen wurden während des Krieges nicht veranstaltet; über andere Aktivitäten lassen sich Unterlagen nicht finden. Nur die Satzungen, die vom Reichsminister des Inneren am 31.12.41 genehmigt waren, sind erhalten. Der damaligen Zeit entsprechend waren sie sehr autoritär. Der Vorsitzende bestimmte jeweils seinen Nachfolger, der aber vom Reichsminister des Inneren bestätigt werden mußte und von ihm jederzeit abberufen werden konnte. Der Mitgliedsbeitrag betrug jährlich 5 RM., und aus dem hinterlassenen Vermögen von rund 800 RM. beim Zusammenbruch, das unsere Gesellschaft nach der Währungsreform auf 40 DM reduziert geerbt hat, läßt sich ihr Mitgliederstand auf etwa 70 schätzen.

Gründung

Franz Knoop, Tübingen, der verehrte Inhaber des ältesten, von Felix Hoppe Seyler begründeten Lehrstuhls der Physiologischen Chemie, der schon 1920 in Freiburg zum Ordinarius für Physiologische Chemie ernannt worden war, starb 68jährig am 2.8.46 und hinterließ seinem Stellvertreter Ackermann die Aufgabe, die Deutsche Physiologisch chemische Gesellschaft zu neuem Leben zu bringen. Das war damals nicht einfach. Die Zerschneidung Deutschlands in 4 Besatzungszonen mit ihren verschiedenen Vorschriften erforderte sorgfältige Überlegungen, denen auch das Wort "Deutsche" im Namen zum Opfer fiel, das damals eine unzulässige Erweiterung über die Zonen hinaus bedeutet hätte. Heute fehlt uns die Nationalität im Namen als unnötige Begrenzung ebensowenig wie unseren Schwestergesellschaften in Großbritannien und Frankreich.

Wilhelm Dirscherl hat 25 Jahre später in seinem Aufsatz "Zur 1947 in Bonn erfolgten Gründung der Gesellschaft für Physiologische Chemie (Biologische Chemie)" (2), sehr lebhaft geschildert, wie auf einer "Tagung der Deutschen Physiologischen Chemiker", die gleichzeitig, aber nicht gemeinsam, mit einer "Physiologentagung (Nordwestdeutscher Bezirk)" vom 28.- 30. September 1947 in Bonn stattfand, etwa 20 von Dirscherl dazu in sein Amtszimmer eingeladene beamtete physiologische Chemiker die Gesellschaft für Physiologische Chemie gründeten. Die Satzung wurde am 30.9.1947 beschlossen. Einem Vorschlag folgend, den Ackermann in einem Rundschreiben schon am 7.5.1947 gemacht hatte, wurde Kurt Felix , Frankfurt, als Vorsitzender und Karl Thomas, Erlangen, als sein Stellvertreter bestätigt. Ernst Schütte, Frankfurt, wurde Schriftführer und Schatzmeister. Die unbeteiligten Tagungsteilnehmer erfuhren von der Gründung während einer Pause. Ich erinnere mich noch heute an die allgemeine Freude darüber, an einem strahlenden Herbsttag unter fallenden Kastanien.

Die Gesellschaft für Physiologische Chemie hatte unter den schwierigen Verhältnissen der Nachkriegszeit natürlich einen langsamen Start. Für 1947 sind im Kassenbuch des Schatzmeisters 17 Beiträge zu 5 RM verzeichnet, für 1948 deren 22. Diese Einnahmen reichten nicht zur Deckung der Kosten der Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Frankfurt, die am 19. Oktober 1948 erfolgte, so daß der Schatzmeister in die eigene Tasche greifen mußte. Erst auf der 1. Mitgliederversammlung am 2.9.49 konnte der Schriftführer 64 Mitglieder melden. Sie fand während einer Tagung in Göttingen statt, die das erste offizielle Auftreten unserer Gesellschaft bedeutete.

Mosbach

Aber schon seit 1948 lief der Plan für ein Kolloquium, in dem ein kleiner Kreis Eingeladener ein aktuelles Thema an 2 Tagen referierend, dann aber vor allem diskutierend behandeln sollte. Als Thema hatte der Vorsitzende Kurt Felix die "Energetik des intermediären Stoffwechsels" vorgeschlagen und auch selbst das erste Referat "über die energiebildenden, energieverzehrenden und energieübertragenden Prozesse im intermediären Stoffwechsel" übernommen. Die Vorbereitungen schleppten sich lange hin und selbst über den Ort des Geschehens herrschte lange Unklarheit. Bad Schwalbach, Schlangenbad, Bad Orb wurden erwogen, bis Hans Herrmann Weber, der zu einem Referat über die Energetik im Muskel aufgefordert war, am 2.6.50 aus Tübingen fragte: "Könnte man das Kolloquium nicht in Frankfurt oder Mosbach abhalten, wo es keine Kurverwaltung gibt. Wenn Frankfurt zu groß ist, so ist Mosbach klein, Neckarbergland und Kongreßstadt. Es haben dort seit dem Krieg sowohl die Elektronenmikroskopiker wie auch die Biophysiker ein bzw. zweimal getagt. Die Verpflegung ist ausgezeichnet und die Preise zivil und die Stadt ist stolz auf ihre neue Rolle.

Und so kam es: vom 28. bis 30.9.50 fand das erste Kolloquium in Mosbach statt, und damit begann die Reihe der alljährlich stattfindenden Mosbacher Kolloquien, die inzwischen berühmt geworden sind und 1987 die Zahl 38 erreichten. Die Einladung dazu erging an alle Mitglieder der Gesellschaft für Physiologische Chemie mit der Bitte, sie an interessierte Persönlichkeiten weiterzugeben. Die Preise der Hotelzimmer waren auf dieser Einladung mit 2,50 bis 3,50 DM pro Bett, Frühstück mit 0.60- 1.50 DM angegeben. Das Kolloquium hatte etwa 70 Teilnehmer, je etwa zur Hälfte Mitglieder und Nichtmitglieder der Gesellschaft, die im Bürgersaal des Rathauses für ihre Verhandlungen bequem Platz fanden. Sie bildeten bald eine große Familie; jeder kannte jeden, und abends nach langen Diskussionen mochte man in der kleinen Stadt mit ihren Fachwerkhäusern oder im Kranz der bewirtschafteten Burgen des Neckartales hinkommen, wohin man wollte, man fand überall offene Aufnahme zu fröhlichem Gespräch. Diese so besondere Mosbacher Atmosphäre sorgte zusammen mit der Gastfreundschaft der Stadt und ihrer freundlichen Gastwirte schnell dafür, daß sich ein Stammpublikum für die folgenden Kolloquien herausbildete.

Damit fanden auch die Mitgliederversammlungen eine traditionelle Heimstätte im frühlingshaften Mosbach. Die Protokolle aus den ersten Jahren verzeichnen neben den laufenden Geschäften (Bericht des Vorstands, Festsetzung des nächsten Tagungsortes) vor allem Fragen, die der klinischen Chemie zuzuordnen sind. Die Standardisierung der Routinemethoden erschien notwendig, und eine Kommission wurde mit ihr beauftragt. Die Schaffung eines Facharztes für medizinisch diagnostische Untersuchungslaboratorien wurde in Aussicht genommen, schließlich auch die Schaffung eines Diploms für Physiologische Chemiker, das attestieren sollte, daß Chemiker das Physikum gemacht und Mediziner mindestens ein Jahr in chemischen Laboratorien gearbeitet hatten.

Das alles waren Probleme, die vorwiegend daraus erwuchsen, daß die Gesellschaft für Physiologische Chemie seit ihrer Gründung fast ausschließlich in den medizinischen Fakultäten verwurzelt war. Sie öffnete sich nur langsam den Naturwissenschaftlern.

Homburg

Ich hatte meinen ersten Mitgliedsbeitrag im Januar 1950 bezahlt und empfand mich trotzdem in diesem Kreise in doppelter Weise als Fremdkörper, einmal als Industriemann und dann auch als Chemiker. Zur vierten Tagung der Gesellschaft - nach Göttingen 1949, Mainz 1951 und Hamburg 1952 - hatte Robert Ammon für den 30.9.-4.10.1953 nach Homburg ins Saarland eingeladen. Das war die erste Tagung, an der ich teilgenommen habe. Mit sehr gemischten Gefühlen habe ich im Zug gesessen, bis das Eis brach, als Ernst Schütte mich dort entdeckte und mich mit seinem Charme sehr herzlich willkommen hieß. Ich habe die Homburger Tagung als einen Glanzpunkt in Erinnerung. Sie hat wohl in besonderem Maße dazu beigetragen, daß die damals 150 Mitglieder der Gesellschaft sich über die Grenzen ihrer Fächer hinweg näher kamen, und dazu war auch ein Gemeinschaftsabend wichtig, der mit Saarwein, Spanferkel und fröhlichen Reden, vor allem von Wilhelm Dirscherl und Herbert Fischer, unvergeßlich geblieben ist. Ich hatte die Freude, Carl Neuberg, aus dessen Kaiser Wilhelm Institut für Biochemie ich Ende 1933 in die Industrie übergewechselt war, vom Bahnhof abzuholen, und Robert Ammon erinnert sich daran, daß er ihm, der zum ersten Mal nach seiner Emigration wieder Deutschland betreten hatte, eine vergoldete Grubenlampe überreichen konnte. Von dieser Homburger Tagung ab habe ich mich in der Gesellschaft heimisch gefühlt.

Wandlung

In Homburg fand eine Mitgliederversammlung statt, auf der der Vorstand neu zu wählen war, da seine 2. dreijährige Amtsperiode ablief. Karl Thomas trat zurück und schlug statt seiner unter allgemeinem Beifall Feodor Lynen als stellvertretenden Vorsitzenden vor, um dadurch der Entwicklung unseres Faches in Richtung auf die dynamische Biochemie Rechnung zu tragen.

Unter besonderem Hinweis auf seine Verdienste um die Mosbacher Kolloquien wurde Kurt Felix zum Vorsitzenden wiedergewählt, ebenso Ernst Schütte zum Schriftführer und Schatzmeister.

Nach einer weiteren Amtsperiode von 3 Jahren trat dieser Vorstand auf einer Mitgliederversammlung in Hamburg 1956 zurück. Feodor Lynen bat, von einer Wiederwahl abzusehen; an seiner Stelle wurde auf Vorschlag von Adolf Butenandt zum Ausgleich zwischen Medizin und Chemie mit Ernst Klenk wieder ein Chemiker gewählt. Zum Vorsitzenden und zum Schriftführer und Schatzmeister wurden Kurt Felix und Ernst Schütte wiedergewählt.

Trotzdem blieben in den folgenden Jahren medizinische Fragen, der vorklinische Unterricht und die Ausbildung von Leitern klinischer Laboratorien, zentrale Themen. In Vorgesprächen zeichnete sich ab, daß ein internationaler Kongreß über klinische Chemie in Westdeutschland auszurichten sein werde, und dafür kam nach Lage der Dinge nur die Gesellschaft für Physiologische Chemie in Betracht. Um einen speziellen Partner für die weiteren Kongreßgespräche zu schaffen, wurde 1955 in Mosbach eine Sektion für Klinische Chemie innerhalb unserer Gesellschaft unter Leitung von Karl Hinsberg und Hansjürgen Staudinger gegründet. Es dauerte dann bis zum 4.4.64, bis sich in Mosbach aus unserer Sektion die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie bildete. Sie hat sich in der Folgezeit um das Berufsbild des Klinischen Chemikers, die Qualität der Leistungen, die Weiterbildung und die Integration der Chemiker sehr verdient gemacht. Sie hat das Diplom für Klinische Chemie, das nach entsprechender qualitativer Weiterbildung verliehen wird, entwickelt. Die Trennung erfolgte sehr freundschaftlich, und viele Mitglieder der neuen Gesellschaft sind Mitglieder der alten geblieben. Damit waren praktisch alle Standesfragen als Aufgaben unserer Gesellschaft entfallen. Es blieb der reine Satzungszweck, die "Förderung der physiologischen Chemie in Forschung und Unterricht, sowie die Pflege eines geeigneten wissenschaftlichen Nachwuchses".

Dazu gehört die Aufgabe, der Deutschen Forschungsgemeinschaft Fachkollegen vorzuschlagen, die bereit sind, als Fachgutachter bei der Prüfung von Anträgen zur Förderung von Arbeiten auf unserem Gebiet mitzuwirken. Die in Abständen immer wiederkehrende Bitte der DFG um diese Unterstützung wurde vom Vorstand ihrer Bedeutung entsprechend sehr sorgfältig behandelt und auch mit der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie abgestimmt. Die sich ergebenden Vorschläge wurden von der DFG fast unverändert übernommen.

Das Bild der Gesellschaft für Physiologische Chemie wandelte sich beträchtlich in diesem Jahrzehnt, das auf die Doppelhelix (1953) folgte; die Naturwissenschaftler traten immer zahlreicher an die Seite der Mediziner. 1959 trat Kurt Felix aus Gesundheitsgründen vom Vorsitz zurück, den er 12 Jahre lang innegehabt hatte. Er ist als Ehrenmitglied ein Jahr darauf am 2.8.60 in seinem 73. Lebensjahr gestorben. Zum neuen Vorsitzenden wurde Ernst Klenk gewählt. Er hatte in Tübingen Chemie studiert, aber aus Platzgründen bei Hans Thierfelder im Physiologisch Chemischen Institut, das dort zur naturwissenschaftlichen Fakultät gehörte, gearbeitet, hatte sich für das Fach Physiologische Chemie habilitiert und war seit 1937 Direktor des Kölner Instituts für Physiologische Chemie, das zur medizinischen Fakultät gehört. Günther Weitzel wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, zum Schriftführer und Schatzmeister auf Vorschlag von Adolf Butenandt Ernst Auhagen, Elberfeld, weil man glaubte, daß dieses umfangreicher gewordene Doppelamt - die Mitgliederzahl war inzwischen auf etwa 350 gestiegen- jemanden nötig hatte, dem ein Industriesekretariat zur Verfügung stand.

IUB

Neben den laufenden Aufgaben entwickelten sich in den folgenden Jahren, teilweise erst unter dem nächsten 1962 gewählten Vorstand, Ernst Schütte, Günther Weitzel und Ernst Auhagen, Problemkreise die langsam an Bedeutung zunahmen und unter dem Vorsitz von Theodor Bücher, mit Otto Westphal als stellvertretendem Vorsitzenden und schließlich auch unter dessen Vorsitz zur Lösung drängten.

Das waren vor allem unsere Beziehungen zum Ausland, die unsere Mitarbeit zunächst zuließen und später auch forderten. Die International Union of Biochemistry (IUB), die während des 1. Internationalen Biochemiekongresses 1949 in Cambridge zunächst als International Committee of Biochemistry gegründet worden war, hielt ihren 2. Kongreß 1952 in der Sorbonne in Paris ab. Das war meiner Erinnerung nach die erste große internationale Tagung unseres Faches nach dem Kriege, zu der Deutsche auch ohne persönliche Einladung wieder zugelassen waren, und davon machte eine stattliche deutsche Gruppe Gebrauch, um zum ersten Mal wieder die Nase in die weite Welt zu stecken.

Unsere Gesellschaft war als deutsches National Committee in die IUB aufgenommen worden und vertrat damals als solches nicht nur die Bundesrepublik, sondern Gesamtdeutschland. Sie war dazu dadurch legitimiert, daß ihre Mitglieder nicht nur in Westdeutschland, sondern auch in Ostdeutschland im Amte und zu Hause waren, freilich betrug die Zahl der ostdeutschen Mitglieder nur etwa 10% der westdeutschen. In der General-Assembly der IUB, die alle 3 Jahre während der internationalen Kongresse zusammentritt, wurde Deutschland durch einen, später zwei Delegierte vertreten, die wechselnd aus West und aus Ostdeutschland kamen. Das funktionierte reibungslos, bis die Biochemische Gesellschaft der DDR im Jahre 1964 - während des 5.Internationalen Biochemiekongresses in Moskau 1961 war die Berliner Mauer errichtet worden - ihre Aufnahme in die IUB beantragte. Nach deren Satzungen bedeutete das ein joint membership zweier deutscher Gesellschaften in einem national committee. Über die Möglichkeiten einer Vereinbarung über gemeinsame Arbeit dann wurde 1966 in Mosbach zwischen Vertretern beider Gesellschaften in aller Freundschaft und mit bestem Willen lange diskutiert. Es schien sich dort schon eine Lösung abzuzeichnen, doch mußten die Gespräche über einen Modus der gemeinsamen Vertretung ergebnislos abgebrochen werden, als sich bei Verhandlungen, die Theodor Bücher mit seinem großen Sinn für Realitäten gelegentlich einer DDR Tagung in Suhl im September 1966 führte, herausstellte, daß die Biochemische Gesellschaft der DDR unter keinen Umständen auf eine selbständige Vertretung in der IUB verzichten wollte oder konnte. Die verfahrene Situation wurde gerettet durch eine kluge Änderung der IUB Statuten unter deren Präsidenten Severo Ochoa, die bestimmte, daß nicht mehr national committees, sondern scientific communities mit selbständigen Budgets Mitglied sein konnten. Damit zerfiel das national committee Deutschland in die beiden scientific communities BRD und DDR, die nun beide Mitglied wurden, als der Aufnahmeantrag aus der DDR während des 7. IUB Kongresses in Tokyo 1967 von der General Assembly einstimmig, also auch mit der JA-Stimme des Delegierten der GBCh, Otto Westphal angenommen wurde. Seit dieser Trennung sind vorher häufigen Begegnungen zwischen den Fachkollegen aus 0st und West an unseren Tagungen leider selten geworden - erst auf der Mitgliederversammlung des 42. Mosbacher Kolloquiums 1991 konnten die deutschen Biochemiker und Biochemikerinnen wieder in einer Gesellschaft zusammengeführt werden.

Ziemlich spät erst hat sich die GBCh dazu entschlossen, zu einer großen internationalen Tagung einzuladen. Ihre Bewerbung um einen IUB Kongreß in der Bundesrepublik Deutschland wurde zu Anfang der 70er Jahre angenommen und sie hat dann nach etwa 5jähriger Vorbereitungszeit den X. International Congress of Biochemistry im Hamburger Kongreßzentrum vom 25. bis 31. Juli 1976 ausgerichtet. Das first announcement erschien in der Zeit einer weltweiten wirtschaftlichen Depression, die zur Zeit des Kongresses wieder abklang, und daran lag es wohl, daß 40% der 4200 Teilnehmer unangemeldet kamen und die Organisation vor unerwartete Aufgaben stellten. Trotzdem wurde der Kongreß unter dem Präsidium von Hans Georg Zachau und unter der wissenschaftlichen Leitung von Peter Karlson mit Ernst Auhagen als Schatzmeister zu einem großen Erfolg.

Kongreßpräsident war eigentlich Feodor Lynen. Er konnte aber eines Unfalls wegen nicht am Kongreß teilnehmen. Die General Assembly, die Mitgliederversammlung des nächsten IUB Kongresses hat ihn dann im Juli 1979 in Toronto als ersten Deutschen zum Präsidenten der IUB gewählt. Aus diesem Anlaß gab der deutsche Generalkonsul in seinem Haus in Toronto einen Empfang für die etwa 100 Mitglieder der Assembly, an dem zum ersten Mal Vertreter aus der Volksrepublik China und aus Taiwan gemeinsam teilnahmen, denn am Tag zuvor war nach langen Verhandlungen der Aufnahmeantrag der "Scientific Community" Taiwan ohne Protest der Volksrepublik China genehmigt worden.

FEBS

Mehr als 3 Jahre vorher war die Gesellschaft für Physiologische Chemie von der Biochemical Society gefragt worden, ob sie sich an der Gründung einer Federation of European Biochemical Societies beteiligen wolle. Das wurde selbstverständlich, ebenso wie von den anderen gefragten Gesellschaften. bejaht, und so kam es am 22.3.1964 zur Gründung der FEBS und zu ihrem 1. Meeting in London. Ich hatte die Ehre die Gründungsurkunde für unsere Gesellschaft zu unterzeichnen, und habe diesen Tag, der mit einem glänzenden Dinner in der traditionsreichen Goldsmith Hall abgeschlossen wurde, in eindrucksvoller Erinnerung.

Mitglieder waren europäische biochemische Gesellschaften, so daß die Aufnahme der Biochemischen Gesellschaft der DDR (damals noch Arbeitsgemeinschaft Biochemie), die nicht zu den Gründergesellschaften gehört, widerspruchslos erfolgen konnte, während der Aufnahmeantrag der Israel Biochemical Society wegen ihrer Heimat außerhalb Europas abgelehnt wurde. Das übrigens wurde auf meinen Antrag auf dem nächstjährigen Meeting in Wien wieder gutgemacht. Eine kleine Änderung der Satzungsauslegung - europäischer Kulturraum - machte das möglich.

FEBS entfaltete beträchtliche Aktivitäten, die uns viel stärker in Anspruch nahmen als die der IUB. Sie begannen mit der Durchführung von Summer schools, später FEBS Advanced Courses, und es wurde sehr schnell ein Ausschuß gebildet, bestehend aus Arnstein, Liebecq, Veldstra, Zakrzewski und unserem Schatzmeister, weil er fürs erste die Finanzierung mit freundlicher Hilfe der Stiftung Volkswagenwerk übernommen hatte.

Von größerer Bedeutung waren die literarischen Intentionen von FEBS. Die Lage unserer deutschen Fachliteratur hatte sich während des Krieges und auch schon vorher sehr verschlechtert. Deutschsprachige Veröffentlichungen wurden im Ausland immer weniger zur Kenntnis genommen, englische summaries als Einleitung deutschsprachiger Veröffentlichungen halfen nicht viel, so daß viele deutsche Autoren begannen, im Ausland zu publizieren, und das verschlechterte in einem circulus vitiosus die wirtschaftliche Situation der deutschen Zeitschriften, von denen es ohnehin zu viele gab. Da gelang es 1966 Theodor Bücher gemeinsam mit William J. Whelan und Prakash Datta, den geistigen Trägern der FEBS in anfänglich nicht ganz einfachen Verhandlungen mit Dr. Mayer-Kaupp und dem Springer-Verlag in Heidelberg zu erreichen, daß dieser sich zur Publikation des von FEBS geplanten European Journal of Biochemistry (EJB) bereit erklärte unter der Auflage, die Biochemische Zeitschrift, die von Carl Neuberg 1906 gegründet und jahrzehntelang herausgegeben worden war, eingehen zu lassen, ein schmerzlicher Entschluß, dem aber auch die Herausgeber einmütig zustimmten. Dadurch war für deutsche Autoren die Möglichkeit gegeben, in Deutschland in einer englischsprachigen Zeitschrift zu veröffentlichen. Unter Claude Liebecq als Herausgeber wurde das EJB 1967 sofort und bis heute zu einem großen Erfolg. Ted Bücher war auch seit 1964 an der Seite seiner Freunde Bill Whelan und Prakash Datta an den vorbereitenden Gesprächen über die Gründung von FEBS Letters beteiligt (4), deren erste Nummer dann im Juli 1968 bei North-Holland erschien.

In Würdigung des großen Stimulus, den Theodor Bücher in den Jahren seines Vorsitzes der GBCh gegeben hatte, wurde er bei seinem Ausscheiden aus dem Vorstand 1969 in Mosbach zum Ehrenmitglied ernannt, wie auch ein Jahr zuvor Ernst Auhagen, die gemeinsam eine ideale Funktionseinheit gebildet hatten.

Namensänderung

Gegen Ende von Büchers Amtszeit überschritt die Zahl der Mitglieder die Grenze zu tausend. Die Zahl der Naturwissenschaftler in der Gesellschaft für Physiologische Chemie erreichte ein vernünftiges Gleichgewicht zu der der Mediziner. Diese Entwicklung war freilich noch nicht so gefestigt, daß sie durch die Gründung einer Fachgruppe Biochemie nicht hätte gefährdet werden können, die innerhalb der Gesellschaft Deutscher Chemiker damals erwogen wurde. Es gelang aber, die Realisierung dieser Pläne bis 1981 zu verzögern, so daß das weitere Wachstum zu einer Gesellschaft, die sowohl Biochemie wie Physiologische Chemie geschlossen vertritt, ungestört verlief.

Dazu gehörte vor allem die Änderung ihres Namens, denn die Prüfungsordnung für angehende Ärzte ordnete die Physiologische Chemie eindeutig der Medizin zu, während sich für die naturwissenschaftliche Seite unseres Grenzfaches seit langem die Bezeichnung Biochemie eingebürgert hatte. Erste Diskussionen über einen Namenswechsel gehen bis auf 1963 zurück, aber erst auf der Mosbacher Mitgliederversammlung im April 1966 wurde über einen Antrag des Vorstands (Theodor Bücher, Otto Westphal, Ernst Auhagen) auf Namensänderung abgestimmt. Für den neuen neutralen Namen "Gesellschaft für Biologische Chemie", den Theodor Wieland vorgeschlagen hatte, stimmte aber nur eine Zweidrittelmehrheit, statt der für eine Satzungsänderung geforderten Dreiviertelmehrheit. Nostalgische Erinnerungen an Hoppe Seyler und sein Fach waren noch zu stark. Der Antrag wurde dann auf einer stark besuchten Mitgliederversammlung in Marburg am 14.10.1966 nochmals ausführlich diskutiert und gewann dort eine Mehrheit von 86% der Stimmen.

-Neben der eher chemisch verwurzelten Biochemie entwickelte sich durch die zunehmend verfeinerten Techniken zum sub-mikroskopischen Verstehen der Formen des Lebens die molekulare Biologie, die methodisch und inhaltlich von der Biochemie zunehmend weniger abzugrenzen war und ist. Diesen Tendenzen folgte die GBCh 1996 mit einer erneuten Umbenennung in "Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM)".

Studiengruppen

Von 1974 ab, als Ernst Helmreich Vorsitzender der GBCh war, entwickelten sich "Studiengruppen", die sich zu einem engeren Gedankenaustausch zusammenschlossen. Den Anfang machten die drei Studiengruppen für molekulare Virologie, für Bioenergetik und für Membranstrukturen und Membrantransport. Zunächst geschah das in lockerer Form, ohne Regeln und Etat, und ihre Evolution ist auch heute noch nicht abgeschlossen. Sie haben sich auf 13 Studiengruppen -2005 sind es bereits 18- vermehrt und umfassen heute flächendeckend praktisch das gesamte Gebiet der Biochemie. Sie erfüllen unser Konferenzenprogramm mit neuem Leben und beanspruchen heute auch einen Teil der Zeit unserer Jahrestagungen.

Otto Warburg Medaille und Namensvorlesungen

Am 8. Oktober 1963 wurde in Dahlem der 80. Geburtstag von Otto Warburg gefeiert. Aus diesem Anlaß stiftete die Gesellschaft für Biologische Chemie unter dem Vorsitz von Ernst Schütte eine Auszeichnung, die Otto Warburg Medaille, eine Bronze-Medaille mit dem Kopfrelief von Warburg, von Richard Scheibe geschnitten, der zur gleichen Zeit für die Max-Planck-Gesellschaft eine Warburg Büste schuf, die heute in dessen altem Institut steht. In einer Feierstunde am Vorabend des Geburtstages wurde die erste Otto Warburg Medaille an Feodor Lynen verliehen. Sein Festvortrag bedeutete ein versöhnendes Ende des Krieges zwischen Sauerstoff- und Wasserstoff- Aktivierung, den Warburg mit aller Schärfe gegen Heinrich Wieland, den Schwiegervater von Lynen, jahrzehntelang geführt hatte. Beide hatten recht gehabt. Seitdem ist die Otto Warburg Medaille jährlich verliehen worden und hat sich zur höchsten Auszeichnung entwickelt, die die GBCh -bzw. GBM- zur Anerkennung hervorragender Leistungen auf dem Feld der Biochemie vergibt.

Feodor Lynen starb an den Folgen einer Operation am 6.August 1979, 68 Jahre alt. Die Trauer um diesen überall geliebten Forscher und Lehrer war groß. Zum Andenken an ihn stifteten IUB und GBCh gemeinsam eine Feodor Lynen Lecture, die ursprünglich alle 3 Jahre auf den Kongressen der IUB gehalten wurde und deren Kosten mit spontaner Hilfe der deutschen pharmazeutischen Industrie von der GBCh getragen werden. Die erste Vorlesung hat Shosaku Numa, Kyoto, der lange Gast in Lynens Institut gewesen ist, 1982 in Perth gehalten.

Zu den Ehrungen, die die GBCh vergeben hat und die GBM bis heute vergibt, gehören auch andere Namensvorlesungen. Die erste wurde unter Ernst Helmreich gestiftet im Anschluß an ein Symposion vom 7.- 9. Juli 1974, zu dem Dietmar Richter und Heinz Günter Wittmann aus Anlaß des 75. Geburtstages von Fritz Lipmann dessen Schüler aus aller Welt im Dahlemer Max Planck Institut für molekulare Genetik versammelt hatte. Fritz Lipmann war einer der bedeutendsten Biochemiker seiner Zeit, aber darüber hinaus hat er für die Entwicklung speziell der deutschen Biochemie in den Jahren nach dem Kriege große Verdienste, weil er sein Laboratorium auch für junge deutsche Biochemiker gastfreundlich geöffnet hatte, die ihm als Lehrer viel verdanken. In Dahlem blieb Geld übrig, das Boehringer Mannheim für das Symposion gespendet hatte, und so entstand zum ersten Mal eine Namensvorlesung der GBCh. Die erste Fritz Lipmann Vorlesung hielt Feodor Lynen in Dahlem 1974, für die zweite im März 1975 in Heidelberg, gewann Ernst Helmreich als Vorsitzender der GBCh Gobind Khorana. 10 Jahre nach der ersten hat dann Hans Georg Zachau die 9. Fritz Lipmann Vorlesung in Gießen gehalten, wo sein nun 85jähriger Lehrer zum Ehrenmitglied ernannt wurde. 1986 ist Fritz Lipmann nach einem langen, bis zuletzt äußerst kreativen Leben verstorben.

In die Zeit des Vorsitzes von Ernst Helmreich fällt auch die Stiftung der Adolf Butenandt Vorlesung durch die Schering AG, die der GBCh einen Betrag zur Verfügung stellte, aus dessen Zinsen die jeweiligen Kosten beglichen werden können. Die erste dieser Vorlesungen hielt E.V. Jensen am 9.3.76 auf der Münchner Jahrestagung, die unter dem Präsidium von Hans Zachau besonders erfolgreich verlief. Die zweite hielt Hermann Schildknecht im März 1977 in Regensburg. Adolf Butenandt hat wegen seiner großen Belastungen nie den Vorsitz unserer Gesellschaft übernommen, hat aber immer mit gutem Rat geholfen, wenn wir ihn brauchten. Auch deshalb wurde ihm unter dem Präsidium von Rainer Jaenicke aus Anlaß seines 80. Geburtstages auf der Göttinger Herbsttagung, 1983, also an seinem ersten Wirkungsort, die Ehrenmitgliedschaft der GBCh verliehen.

Ausbildung

In den 70er Jahren beschäftigten uns immer stärker Ausbildungsfragen. Das Bild des Biochemikers war damals und ist heute noch von seiner Ausbildung her gesehen so bunt und vielfältig, wie man es wohl selten bei Mitgliedern einer Berufsvereinigung findet. In dem Grenzraum zwischen dem Studium der Chemie, der Biologie und dem der Medizin bildeten sich erst langsam amtliche Formen heraus. Die erste und zugleich erfolgreichste war das Tübinger Studium der Biochemie (6) das zum Diplom-Biochemiker mit der Möglichkeit zur anschließenden Promotion führt und das von Günther Weitze, Eckhart Buddecke und Friedhelm Schneider in aller Stille und ohne unsere Mitwirkung 1962 initiiert und zur ministeriellen Genehmigung gebracht wurde, so daß 1966 der erste Diplom-Biochemiker gefeiert werden konnte. Ähnliche Studiengänge sind mit gewissen Abweichungen auch an anderen Universitäten geschaffen worden, so daß man heute in verschiedener Weise und mit verschiedenem Studienabschluß, aber doch in geregelten Bahnen unser Fach ansteuern kann.

Abschluß

Am 13. April 1983, bin ich in Mosbach vom Amt des Schatzmeisters zurückgetreten. Zu meinem Nachfolger wurde Ernst Truscheit gewählt, der 14 Jahre zuvor auch bei BAYER als Leiter der biochemischen Forschung mein Nachfolger geworden war. Mit diesem Zeitpunkt, in dem unsere Gesellschaft 2400 persönliche Mitglieder hatte, schließe ich meinen Bericht ab. Geschichtliche Darstellung braucht einen gewissen Abstand, und die der folgenden 4 Jahre ist deshalb Sache einer späteren Generation.

Literatur

1. Blasius, W, ( 1959) Zur Geschichte der Deutschen Physiologischen Gesellschaft, Münchowsche Universitätsdruckerei W. Schmitz Gießen.
2. Dirscherl, W (1972) Hoppe- Seylers Z. Physiol.Chem. 353, 1803-1805.
3a. Colloquium der Gesellschaft für Physiologische Chemie in Mosbach (Baden), Band 1-18;
3b. Colloqium der Gesellschaft für Biologische Chemie in Mosbach (Baden), Band 19-37, Springer Verlag, Berlin.
4. Whelan, W J. (1986) FEBS Lett. 194, No.1, V.
5. (1972) Molecular Bioenergetics and Macromolecular Biochemistry, Meyerhof-Symposium 1970 (Weber, H.H., ed.) Springer Verlag Berlin.
6. Weitzel, G. (1972) Naturwiss. Rundschau. 25, 434-443.

Anhang: Ehrenmitglieder der GBM
Dankwart Ackermann
Karl Thomas†
Otto Warburg†
Kurt Felix†
Ernst Klenk†
Ernst Auhagen†
Theodor Bücher†
Adolf Butenandt†
Fritz Lipmann†
Manfred Eigen
Lothar Jaenicke
Hartmut Michel
Walther Klofat

 

Anhang: Ehrenmitglieder der Biochemischen Gesellschaft der DDR
Lohmann, Karl
Negelein, Erwin†
Rapoport, Samuel Mitja
Strack, Erich†
Severin, Sergej E.†
Mothes, Kurz†
Engelhardt, W. A.†
Braunstein, Alexander E.†
Ovchinnikov, Yuri A.†
Straub, Bruno F.†
Frunder, Horst
Skoda, Jan
Yomtov, Moritz
Liebecq, Claude
Hoffinann-Ostenhoff, Otto†
Datta, S. Prakash
Wollenberger, Albert†
Gottikh, Boris. P.
Vinogradov, Andrej D.
Ostrowski, Wlodzimierz S. 
Scheler, Werner
Riman, Josef

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