gbm studiengruppen

Die Studiengruppen der GBM

  • Jedes Mitglied der GBM kann Mitglied einer oder mehrerer Studiengruppen werden. Dazu genügt eine entsprechende Angabe beim Beitritt in die GBM auf dem Antragsformular oder Sie verwenden dieses Online-Formular.
  • Die Studiengruppen fördern den wissenschaftlichen Austausch in vielfältiger Weise. Dazu dienen u.a. jährliche Treffen und Kleinkonferenzen, deren Ausrichtung durch die GBM finanziell gefördert werden.

Liste der Studiengruppen

Autophagie (seit 2015)

Stellvertreter

Prof. Dr. Michael Thumm
Universität Göttingen
Institut für Zellbiochemie
Humboldtallee 23
37073 Göttingen
Tel. 0551 395947
mthumm@uni-goettingen.de

Bioanalytik (seit 1980)

Stellvertreter

Dr. René Zahedi
ISAS - Inst.for Analytical Sciences
Proteomics
Otto-Hahn-Str. 6b
44227 Dortmund 
Tel.: 0231 1392-182 
rene.zahedi@isas.de

Die Bioanalytik ist eine Schnittstelle aller Biowissenschaften. Die stetige technische Entwicklung von schnelleren, kostengünstigeren, akkurateren und sensitiveren Methoden zum Nachweis von Biomolekülen hat dazu geführt, dass ganze Proteome in wenigen Stunden und ganze Genome in wenigen Tagen analysiert bzw. sequenziert werden können. Diese Entwicklung geht einher mit der Gewinnung neuer Erkenntnisse über die Komplexität und Regulation biochemischer Prozesse. Die wohl sensitivste Nachweismethode von Proteinen erlaubt die Detektion von attogram Protein in wenigen Mikrolitern Probe. Eben diese enorme Vielfalt deutet aber mehr und mehr an, dass weiterhin neue und verbesserte Methoden der Bioanalytik benötigt werden – sowohl für die Grundlagenforschung als auch für translationale Forschung.

Die Studiengruppe „Bioanalytik“ wurde 1980 gegründet. Derzeit sind René Zahedi (ISAS, Dortmund) und Oliver Pötz (NMI, Reutlingen) Gruppensprecher. Ziel der Studiengruppe ist aktuelle Entwicklungen im Bereich Bioanalytik mit der funktionellen Grundlagenforschung in der GBM synergistisch zu verbinden, damit die Lebenswissenschaften stärker von der Bioanalytik profitieren.
Insbesondere die Methoden Metabolomics, Proteomics, Immunoassays, Lipidomics und Next-Generation Sequencing sind direkt durch die Studiengruppensprecher oder deren Netzwerke hervorragend abgedeckt.

Der Erfahrungsschatz der Studiengruppe wird anderen Mitgliedern in jährlichen Workshops sowie der Arbeitstagung „Mikromethoden in der Proteinchemie“ bereitgestellt. Hierdurch soll das Know-How der Gruppe erweitert und transferiert werden. Des Weiteren bietet sich natürlich die Möglichkeit im Bereich der Studiengruppe Laboraufenthalte zu organisieren, um Nachwuchswissenschaftlern Einblicke und Zugang zu den neuesten bioanalytischen Methoden zu vermitteln. 

(update Jan. 2015)

Biochemische Pharmakologie und Toxikologie (seit 1986)

Stellvertreter

Antje Banning

Dr. Antje Banning
Universität Gießen
Biochemisches Institut
Friedrichstr. 24
35392 Gießen
Tel.: 0641 9947427 
Fax: 0641 9947425
Antje.Banning@biochemie.med.uni-giessen.de

Die moderne wissenschaftliche Pharmakologie und Toxikologie entstanden parallel zu der Physiologie, der physiologischen Chemie und der Pathologie und sind durch intensive Wechselwirkung mit diesen Fachrichtungen gekennzeichnet. Die Studiengruppe Biochemische Pharmakologie und Toxikologie befasst sich – in Fortführung solcher Vernetzungen mit den Nachbardisziplinen und insbesondere auch mit der Biochemie – mit einem breiten Spektrum von Fragestellungen im Bereich der experimentellen Pharmakologie und molekularen Toxikologie.

Die Studiengruppe wurde 1986 von Helmut Sies (Düsseldorf) und Volker Ullrich (Konstanz) gegründet und hat derzeit über 300 Mitglieder. Neben der Entwicklung und Erforschung von Arzneistoffen und ihren Wirkungen werden insbesondere grundlegende biochemische, molekularbiologische und zellbiologische Fragestellungen im Bereich der Pharmakologie und Toxikologie, der zellulären Signaltransduktion aber auch der Risikobewertung von Fremdstoffen behandelt. Die Vielfalt der von Mitgliedern der Studiengruppe bearbeiteten wissenschaftlichen Fragestellungen spiegelt sich auch in der Vielzahl der methodischen Ansätze wider. Diese reichen von der Anwendung modernster biochemischer, zell- und molekularbiologischer Verfahren bis hin zu Analysen in komplexen Tier- und Organsystemen.

Ziel der Studiengruppe ist es, diese Komplexität in einem interdisziplinären Dialog der Mitglieder zu fördern und diesen Dialog für die nachhaltige Weiterentwicklung wissenschaftlicher Fragestellungen zu nutzen. Hierzu beteiligt sich die Studiengruppe aktiv an der Ausrichtung von Workshops und Symposien mit aktuellen und richtungweisenden Themen im Rahmen der von der GBM organisierten Tagungen. Durch eine enge Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Signaltransduktion (Signal Transduction Society, STS) ist die Studiengruppe auf der Jahrestagung der STS regelmäßig mit einem eigenen Workshop zu wechselnden Themen vertreten. Ein wichtiges Anliegen der Studiengruppe ist außerdem die aktive Förderung junger Wissenschaftler in Form eines zweijährlich eigens für Jungforscher ausgerichteten zweitägigen Symposiums, das bisher überwiegend durch Sponsorengelder finanziert werden konnte. Ziel dieser Veranstaltung ist es, den Erfahrungsaustausch unter den jungen Wissenschaftlern zu fördern und zu einer Netzwerkbildung beizutragen. Für einige Teilnehmer bietet sich hier die erste Gelegenheit, ihre wissenschaftlichen Ergebnisse außerhalb ihrer eigenen Arbeitsgruppe zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen. Darüber hinaus wird jährlich durch die Sprecher der Studiengruppen „Biochemische Pharmakologie und Toxikologie“ und „Rezeptoren und Signaltransduktion“ der „GBM-Innovation-Award for Young Scientists“ im Rahmen der Jahrestagung der STS verliehen. Hierdurch sollen junge Wissenschaftler, die eine neue, innovative Methode entwickelt haben, ausgezeichnet und für ihre weitere Tätigkeit motiviert werden.
Vorrangige Ziele der Studiengruppe sind die Kontaktförderung und der Wissenstransfer zur Aufrechterhaltung eines interdisziplinären Dialogs und erfolgreicher Kooperationen innerhalb und außerhalb der Studiengruppe. Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen und können gerne mit uns, den Sprechern, Kontakt aufnehmen, um weitere Informationen zu erhalten. 
(K.Giehl)

Bioenergetik (seit 1975)

Stellvertreter

Prof. Dr. Thorsten Friedrich
Universität Freiburg
Organische Chemie und Biochemie
Albertstr. 21
D - 79104 Freiburg i. Br.
Tel.: 0761-2036060
Fax: 0761-2036096
tfriedri@uni-freiburg.de

Bioenergetik ist die Wissenschaft von der Energieversorgung der Zellen. Letztlich gründen sich fast alle Lebensprozesse auf die Nutzung des Sonnenlichts durch die Photosynthese. Deren Produkte werden durch Gärung und Atmung abgebaut, und nutzbare Energie wird in der universell verwendbaren Form von ATP bereitgestellt. Den energieliefernden und energieverbrauchenden Prozessen gemeinsam ist ein räumlich gerichteter Ablauf der Reaktionen in den koppelnden Membranproteinen, ein Wechselspiel zwischen Erzeugern und Nutzern der protonenmotorischen Kraft. Die Ereignisketten von Photosynthese, Atmung und ATP-Synthese sind weitgehend aufgeklärt. Die aktuellen Forschungsaktivitäten richten sich auf die molekulare Funktionsweise der Energiewandler. Durch Spektroskopie, gezielte Mutagenese und Kristallographie wurden außerordentliche Fortschritte erzielt. Die Kristallstrukturen einiger bakterieller photosynthetischer Reaktionszentren waren die ersten bekannten Kristallstrukturen von Membranproteinen. Auf röntgen- und elektronenkristallographischen Wegen folgte die Strukturanalyse von bakteriellen und pflanzlichen Lichtsammlerkomplexen. Die nun bekannte Anordnung der Atome erlaubt es, die Prozessfolge von der Lichtabsorption, Elektronentransfer und Protonentranslokation sehr genau zu beschreiben. Erste Strukturanalysen der verwandten, aber komplizierter aufgebauten Reaktionszentren der oxygenen Photosynthese liegen vor. Mit der 1995 gelungenen Bestimmung der Kristallstruktur einer bakteriellen und einer tierischen Cytochrom c-Oxidase wurde ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Bioenergetik gesetzt. Die jeweils mit 2,8 Å Auflösung ermittelten Strukturen gewähren erstmalig einen direkten Einblick in den Mechanismus dieser durch Zellatmung angetriebenen Protonenpumpe. Inzwischen sind auch Strukturinformationen über eine weitere Komponente der mitochondriellen Atmungskette, den bc1-Komplex, verfügbar. Gemeinsame Elemente von Photosynthese und Atmung sind die F-ATPasen, die den photochemisch oder elektrochemisch erzeugten Protonenstrom zur ATP-Synthese nutzen. Die Kristallstruktur des großen, ATP-synthetisierenden Teils der tierischen F-ATPase ist gelöst. Die Struktur unterstützt die Hypothese der Rotationskatalyse, die besagt, daß die Konformationsänderungen in den katalytischen Zentren durch Rotation eines im Inneren gelegenen Proteins erreicht wird. Eine solche Rotationsbewegung wurde inzwischen durch äusserst elegante Experimente mehrerer Arbeitsgruppen überzeugend belegt. Wie der Protonenstrom diese Rotation bewerkstelligt und inwieweit der membranständige Teil des Enzyms daran beteiligt ist, stellt eine Herausforderung der nächsten Jahre dar. Die Umkehrung dieser Reaktionen in den eng zu den F-ATPasen verwandten vesikulären ATPasen liefert die Energie für physiologisch bedeutsame Transportprozesse in intrazellulären Vesikeln. Neben den klassischen Atmungsketten sind in Bakterien auch eine Vielzahl exotischer Reaktionsketten entdeckt und charakterisiert worden, die ebenfalls Ionen pumpen, um ATP zu synthetisieren. Anhand der nun vorliegenden, atomar aufgelösten Strukturen können bestehende Theorien über Elektronentransfer-Reaktionen in biologischen Systemen und über die dynamischen Eigenschaften der beteiligten Proteine überprüft werden. Medizinische Aspekte ergeben sich, da Konstruktionsfehler in Atmungsenzymen oder F-ATPase für neuromuskuläre Erkrankungen und vorzeitiges Altem verantwortlich zu sein scheinen. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, daß die Bioenergetik das am weitesten fortgeschrittene Gebiet der Membranbiochemie ist.

In der Studiengruppe Bioenergetik haben sich etwa 150 Wissenschaftler mit breitem fachlichem Spektrum, aus Medizin, Molekular- und Mikrobiologie, Biochemie und Biophysik, zusammengeschlossen, die sich mehrmals im Jahr auf internationalen und nationalen Fachkonferenzen über die Fortschritte ihrer wichtigen und interessanten Arbeitsgebiete austauschen.
(H. Weiss/E. Schneider

Bioinformatik (seit 2002)

Stellvertreter

Prof. Dr. Georg Fuellen
Rostock University Medical Center
Biostatistics and Informatics in
Medicine and Age Research IBIMA
Ernst-Heydemann-Str. 8
18057 Rostock
Tel.: 0381 4947360
Fax: 0381 4947203
fuellen@alum.mit.edu

Methoden der Bioinformatik haben im letzten Jahrzehnt eine immense Bedeutung für praktisch alle Biowissenschaften gewonnen. Ausgehend von Ansätzen der 80er Jahre zum Gen- und Proteinsequenzalignment und dem Protein-Modelling sind in den letzten Jahren Methoden der Bioinformatik in der Verarbeitung, Datenintegration und Analyse von Genomdaten, in der Proteinbiochemie (Proteomics und Protein-Design), und in allerletzter Zeit im Bereich der Metabolomforschung und bei systembiologischen Ansätzen absolut unverzichtbar geworden. Hierbei ändert sich der Charakter der Bioinformatik von einer Wissenschaft, die vorwiegend Werkzeuge und Datenbanken zur Verfügung stellt, zu einer Wissenschaft, die eigene, neue Fragestellungen entwickelt und zu neuen Herausforderungen an die experimentellen Biowissenschaften führt.

In der Studiengruppe Bioinformatik haben sich Wissenschaftler aus einer Vielzahl von Fachdisziplinen zusammengeschlossen, die entweder selbst Bioinformatik-Methoden entwickeln oder diese für ihre tägliche Forschung intensive anwenden. Die Studiengruppe wurde im Jahr 2002 gegründet und besteht jetzt aus ca. 200 Mitgliedern. Sie sieht ihre Aufgabe darin, die Kommunikation insbesondere auch zwischen den experimentell und theoretisch arbeitenden Biowissenschaftlern zu fördern. Sie tut dies durch die Organisation von Symposien u. a. Die Fachgruppe steht von ihrer Fragestellung her natürlich Kollegen mit biochemischem, genetischem, mikrobiologischen und auch medizinischem Hintergrund offen. (Dietmar Schomburg, vorheriger Sprecher)

Mit den durch die Hochdurchsatz-Technologien entstandenen immensen Datenmengen rückt ein neues Anwendungsgebiet für die Bioinformatik immer mehr in den Vordergrund – die Theoretische Systembiologie. Dieses Forschungsgebiet findet seine Anwendung in der klassischen Biologie, der Biochemie und in immer stärkerem Maße in der Medizin. Angefangen mit der statistischen Auswertung der beim Experiment gemessen Werte, über die geeignete Speicherung der Daten in Datenbanken, steht die Modellierung molekularbiologischer Systeme sowohl auf der qualitativen als auch auf der quantitativen Beschreibungsebenen eine immer größere Rolle. Die Beantwortung systembiologischer Fragestellungen und die damit verbundene Entwicklung geeigneter Modellierungswerkzeuge können nur in enger Zusammenarbeit mit experimentell arbeitenden Forschern erfolgen. Die Fachgruppe ist um eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Bioinformatikern und Wissenschaftlern mit biologischem Hintergrund bemüht, was in ihrem Engagement auf Fachtagungen sowohl der Bioinformatik als auch der Biologie, Biochemie, Biotechnologie und Medizin zum Ausdruck kommen soll. (Ina Koch)

http://bioinformatik.de/de/

Biophysikalische Chemie (seit 1972)

Stellvertreter

Prof. Dr. Christian Herrmann
Universität Bochum
Phys. Chemie I/Proteininteraktionen
Universitätsstr. 150
D - 44801 Bochum
Tel.: 0234-3224173
Fax: 0234-3214785
chr.herrmann@rub.de

Die momentan 400 Mitglieder zählende Studiengruppe vereint Biochemiker und Biophysiker mit dem Ziel, die Struktur sowie Dynamik von Proteinen und Nukleinsäuren mit Hilfe von State-of-the-Art physikalischen Methoden zu analysieren. Während ursprünglich primär kinetische Verfahren wie Temperatur- und Feldsprung im Zentrum des Interesses standen, hat sich der Schwerpunkt in den letzten Jahren vor allem auf Strukturanalyse-Techniken verlagert. Dabei stehen die Röntgen- und Neutronenbeugung im Vordergrund, wobei vermehrt auch die Licht-, Elektronen- sowie Rastersondenmikroskopie (AFM und STM) zur Anwendung gelangen. Von den spektroskopischen Methoden haben sich vor allem die Kernspinresonanz-Strukturanalyse als auch die Fourier-Transform-Infrared (FTIR) Spektroskopie sowie die Piko- und Femtosekunden-Laserspektroskopie etabliert.

Was die zu untersuchenden Systeme betrifft, so ist deutlich eine Verlagerung von Einzelmolekülen (z. B. Proteinfaltung) hin zu supramolekularen Assemblies wie Nukleosomen, Ribosomen, Kernporenkomplexen sowie Muskel- und Zellskelettfilamenten festzustellen. Weiter bilden photoaktive Systeme wie Bakteriorhodopsin und photosynthetische Reaktionszentren einen thematischen Schwerpunkt. Schließlich hat sich die Struktur und Dynamik von Membranen zu einem wichtigen Thema entwickelt, wobei vor allem Lipid-Protein-Wechselwirkungen, Membranrekonstitutionen, die Struktur von Ionenkanälen, Elektroporation und optische Sonden im Zentrum dieser Aktivitäten stehen. Dieser Umstand erklärt denn auch den fließenden Übergang zur Studiengruppe Membranstruktur und -Transport.

Das breite methodische sowie thematische Spektrum der Studiengruppe begründet auch die rege Teilnahme seiner Mitglieder an diversen nationalen und internationalen Konferenzen, ein Umstand, der in den letzten Jahren zu einem gewissen "Auseinanderleben" der Studiengruppe geführt hat. Um diesem Trend entgegenzuwirken, sollen in Zukunft wieder vermehrt Fachtagungen der Studiengruppe organisiert werden.
(U. Aebi)

Biomembranen (seit 1977)

Stellvertreter

Prof. Dr. Eckhard Hofmann
Universität Bochum
AG Proteinkristallographie
LS Biophysik, ND04/318
44780 Bochum
Tel.: 0234 3224463
Fax: 
eckhard.hofmann@bph.ruhr-uni-bochum.de

Die Studiengruppe "Biomembranen" (vormals "Membran-Struktur und–Transport") der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) wurde 1977 gegründet. Sie wendet sich an Mitglieder der GBM und andere interessierte Kollegen, deren Forschungsschwerpunkte die Biochemie und Physiologie biologischer Membranen sind und die an wissenschaftlichen Fragestellungen zu Membrantransportprozessen, der Analyse und Strukturaufklärung von Membrankomponenten, der Kommunikation zellulärer Strukturen oder der angewandten biotechnologischen Membranforschung interessiert sind. Ähnlich wie die Vielgestaltigkeit von Biomembranen und deren funktionelles Repertoire soll die Studiengruppe ein fächerübergreifendes Forum für Biochemiker, Biophysiker, Mediziner u.a. sein und zur Förderung der Information und der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Biomembranforschung von pro- wie eukaryontischen und von in vitro Systemen beitragen.

Bei der Vielzahl und der Heterogenität der hierdurch definierten Arbeitsgebiete versteht die Studiengruppe sich als Plattform eines integrierenden Informationstransfers, um formale Disziplingrenzen zu überspannen. Gerade im Hinblick auf diesen integrativen Aspekt soll der direkte Austausch von Fragestellungen mit thematischen und methodischen Überschneidungen zwischen Mitgliedern in unterschiedlichen Forschungsbereichen gestärkt werden. Dies gelingt durch Workshops, Joint-Meetings und Symposien, dem alle 2 Jahre stattfindenden Transport-Kolloquium sowie der aktiven Beteiligung der derzeit gut 600 Mitglieder an einem effektiven (elektronischen) Erfahrungsaustausch, der auch von der GBM untersützt wird.

Chemische Biologie (Gemeinsame Fachsektion/seit 2005)

stv. Studiengruppensprecher

Prof. Dr. Carsten Hopf
Hochschule Mannheim
Instr. Analytik und Bioanalytik
Paul-Wittsack-Str. 10
68163 Mannheim
Tel.: 0621 2926802
Fax:
c.hopf@hs-mannheim.de

Die GBM-Studiengruppe wurde als Teil der gemeinsamen Fachgruppe „Chemische Biologie“ der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e. V. (DECHEMA), der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft e. V. (DPhG), der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie e. V. (GBM) und der Gesellschaft Deutscher Chemiker e. V. (GDCh) im Mai 2005 gegründet (www.dechema.de/chembio.html). Die Fachgruppe hat derzeit über 500 eingetragene Mitglieder. Die Studiengruppe hat sich zum Ziel gesetzt, das Themengebiet der Chemischen Biologie in der GBM sichtbar zu machen und so die Aufklärung molekularbiologischer Vorgänge mittels niedermolekularer Sonden voranzutreiben. Diese interdisziplinäre Forschungsrichtung besitzt u. a. große Bedeutung für die systematische Analyse von inter- und intrazellulären Kommunikationswegen und schafft somit auch die Grundlagen für die Entwicklung innovativer neuer Wirkstoffe. Eine in den Statuten festgeschriebene, herausragende Aufgabe der Fachgruppe ist der Aufbau des ChemBioNet als Experten- und Ressourcen-Netzwerk  welches Forschungsprojekte aus der Akademie bei der Suche nach geeigneten Sondenmolekülen unterstützt (http://www.chembionet.info/). Das ChemBioNet ist auch Modell für die Europäische Infrastrukturinitiative EU-OPENSCREEN (www.eu-openscreen.eu).

Laut Vereinbarung wird die Studiengruppe von GBM-Vertretern im Vorstand der gemeinsamen Fachgruppe geleitet. Das Sprecher-Team setzt sich für eine rege Beteiligung der Studiengruppe an den Veranstaltungen der GBM und der Fachgruppe mit Symposien, methodischen Arbeitstagungen und Kursen zu Schwerpunktthemen des Arbeitsgebietes ein. Im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden GBM-Herbsttagung, deren ständiger Tagungsort nun Frankfurt am Main ist, werden stets eigene Sessions der Studiengruppe organisiert. Diese umfassen neben „Keynote Lectures“ im Wesentlichen Vorträge und Poster zu eingereichten Beiträgen, was auch jüngeren Mitgliedern die Möglichkeit zur Präsentation vor einem größeren internationalen Publikum eröffnet.

Traditionell findet zudem immer zu Jahresbeginn, meist Ende Januar, das Statusseminar „Chemische Biologie“ mit der Jahresversammlung der gemeinsamen Fachgruppe im DECHEMA-Haus in Frankfurt am Main statt, im Frühjahr 2015 bereits zum 10. Mal. Das in den letzten Jahren vermehrt zusammen mit den Fachgesellschaften der Nachbarländer durchgeführte Meeting fokussiert sich auf wechselnde Themenbereiche der Chemischen Biologie, welche jeweils durch spezifische themenvertiefende Workshops und Tutorien am Vortag der Hauptveranstaltung abgerundet werden. 

Glykobiologie

Stellvertreter

Dr. Daniel Kolarich 
MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung
Am Mühlenberg 1 
14476 Berlin
Tel.: 030 838 59306
Fax: 030 83859302
daniel.kolarich@mpikg.mpg.de

In der 1977 gegründeten Studiengruppe Glykobiologie haben sich Mitglieder der GBM zusammengeschlossen, die über Struktur und Funktion komplexer Glykane auf molekularer und zellulärer Ebene arbeiten. Komplexe Glykane stellen posttranslationale Modifikationen von Proteinen dar oder sind Komponenten von Glykolipiden, Lipopolysacchariden, Peptidoglykanen und Proteoglykanen. Man weiß heute, dass komplexe Glykane als primäre Marker der biomolekularen Erkennung fungieren und in Prozesse wie Zellerkennung, Zell-Zell- bzw. Zell-Matrix-Adhäsion, die zelluläre Zielsteuerung von Membranglykoproteinen (N- und O-Glykane), die Qualitätskontrolle von Glykoproteinen im Sekretionsprozess (N-Glykane) involviert sind, aber auch als Modulatoren der Proteinfunktion in nukleocytosolische Steuerungsprozesse (O-GlcNAc) oder über Signaltransduktion (Notch O-Fucosylierung) in die Regulation der Proteinexpression eingreifen.

Glykokonjugate spielen häufig eine essentielle Rolle bei Abwehr- und Erkennungs- prozessen, die bei der Ausbildung angeborener Immunität und damit im Kontext der Evolution von großer Bedeutung sind und deshalb in der Immunologie (Leukocyten-Rekrutierung am Ort des Entzündungsgeschehens), der Parasitologie, der Virologie (Viruserkennung und Infektion), der Reproduktionsbiologie (Ei-Spermienerkennung) und der Biotechnologie (z.B. als Bestandteil von Heilmitteln oder Vakzinen) zunehmendes Interesse finden. Glykokonjugate greifen tief in lebenswichtige Vorgänge ein, deren Störungen weitreichende Konsequenzen haben. Veränderte Glykanstrukturen sind beteiligt oder Ursache bei einer Reihe von Krankheiten, wie Herz-Kreislauferkrankungen, Tumoren und ihrer Metastasierung, Entzündungsvorgängen, Infektionen durch Pilze oder Bakterien, bei rheumatischen Erkrankungen oder erblichen Glykosylierungskrankheiten (CDG, Congenital Disorder of Glycosylation), wie sie z.B. bei einigen Muskeldystrophien vorliegen.

Technische Hürden machen die Glykobiologie teilweise immer noch zu einem Forschungsfeld für Spezialisten. Neue Techniken in der Synthese komplexer Glykane oder der metabolischen Markierung von Glykanen könnten den Zugang zu diesem Forschungsfeld jedoch ebenso erleichtern wie dies auf analytischer Seite durch die Entwicklung einer leistungsfähigen Massenspektrometrie geschehen ist.

Die Studiengruppe mit derzeit 261 Mitgliedern betrachtet es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben, die Kommunikation unter den Mitgliedern zu fördern und für einen schnellen Austausch von Forschungsergebnissen und technischem know how zu sorgen. Dies geschieht vor allem durch Kleinkonferenzen, Workshops und die jährliche, gemeinsame Tagung mit den niederländischen, französischen und (seit 2005) belgischen Studiengruppen für Glykobiologie. Die internationale Konkurrenzfähigkeit unserer Arbeitsgruppen soll durch die Mitwirkung der Studiengruppe an einer Reihe von regelmäßig stattfindender Tagungen gesichert werden, wie dem International Symposium on Glycoconjugates, dem European Carbohydrate Symposium (Eurocarb), den Tagungen der Society for Glycobiology oder dem International Carbohydrate Symposium.

Entsprechend dem fachübergreifenden Charakter des Forschungsgebietes werden von der Studiengruppe Wissenschaftler angesprochen, die auf den Feldern der Biochemie, der Zellbiologie, der Kohlenhydrat-Chemie, der Biotechnologie bis hin zur molekularen Medizin tätig sind.

 

Molekularbiologie und Biochemie der Pflanzen (seit 1996)

Stellvertreter

Prof. Dr. Stephan Clemens
Universität Bayreuth
LS Pflanzenphysiologie
Universitätsstr. 30
95440 Bayreuth
Tel. 0921 552630
Fax 0921 552642
stephan.clemens@uni-bayreuth.de

 

Die Studiengruppe umfasst ungefähr 200 Mitglieder, von denen viele in der biochemischen und molekularbiologischen Forschung an Pflanzen tätig sind. Die SG bietet ein Forum innerhalb der GBM um die Forschung an Pflanzen innerhalb der modernen Lebenswissenschaften zu fördern. Die Bedeutung von Pflanzen für die Entstehung des Lebens auf unserem Planeten wie wir es heute kennen ist kaum zu überschätzen (Stichwort Sauerstoff). Pflanzen stellen direkt oder indirekt die Nahrungsgrundlage für die Menschheit dar (Stichwort ‚Lebensmittel‘). Pflanzen in aquatischen und terrestrischen Lebensräumen bilden eine wesentliche Grundlage unseres Klimas (Stichwort globale Erwärmung). Zusätzlich zu ihrer prägenden Schönheit für die menschliche Kultur sind Pflanzen aber auch hochinteressante Forschungsobjekte. Genetische, biochemische und zelluläre Grundlagen wurden zum Teil an Pflanzen entdeckt (RNAi, Epigenetik). Modelle wie Arabidopsis thaliana stellen in vielen Fällen hochinteressante Alternativen zur Untersuchung aktueller Forschungsthemen dar. Wichtigste Anwendungen sind die Pharmazeutische Biologie und die Agrarbiologie mit der Grünen Biotechnologie.

Ein Schwerpunkt der Studiengruppenarbeit ist die jährlich stattfindende Tagung ‚Molekularbiologie der Pflanzen‘ in Dabringhausen/Bergisches Land. Sie stellt seit vielen Jahren stets die neuesten Höhepunkte in der Entwicklung der pflanzlicher Molekularbiologie und Biochemie dar. Ihr Prinzip ist es, in Kurzvorträgen und Postern vor allem Nachwuchswissenschaftlern Gelegenheit zur Präsentation zu geben. Damit werden jährliche Fortschrittsbericht auf hohem Niveau aus möglichst vielen Arbeitsgruppen vermittelt.

Weitere Aktivitäten der Studiengruppe sind jährliche Workshops zu aktuellen technischen Entwicklungen im Bereich Biochemie und Molekularbiologie, z. B. Deep Sequencing oder quantitative Massenspektrometie. Auch diese Workshops richten sich vor allem an junge Wissenschaftler mit dem Ziel optimale Forschungsvorrausetzungen zu vermitteln.

 

Molekulare Medizin (seit 1997)

Stellvertreter

Prof. Dr. med. Christoph Peters
Universität Freiburg
Inst. für Molekulare  
Medizin & Zellforschung
Stefan-Meier-Str. 17
79104 Freiburg
Tel.: 0761 2039600
Fax: 0761 2039602
christoph.peters@mol-med.uni-freiburg.de

Unter dem Einfluß molekularbiologischer Methoden hat sich die Molekulare Medizin an der Schnittstelle von Medizin, Biochemie und Genetik als eigene Arbeitsrichtung zunehmend verselbständigt. Die Molekulare Medizin wendet Methoden der DNA-Analytik und des Proteinnachweises sowie zellbiologische Verfahren zur Aufklärung von Krankheitsursachen und zur Entwicklung neuer Therapieverfahren an. Die Studiengruppe Molekulare Medizin richtet sich an Mitglieder der GBM, die an Fragen der Pathogenese und Therapie insbesondere auf den Gebieten Genomanalyse, Immunologie, Infektionskrankheiten, Onkologie, Neurobiologie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gentherapie interessiert sind. Sie soll ein Forum für Biochemiker, Molekularbiologen und Mediziner bilden, das die Fächergrenzen zwischen naturwissenschaftlichen und medizinischen Denkweisen ebenso wie fachbezogenes Denken innerhalb medizinischer Arbeitsrichtungen überwinden will. Der interdisziplinäre Ansatz der Molekularen Medizin steht daher auch im Gegensatz zur traditionellen Fächergliederung der Medizin, so können z.B. die Wirkmechanismen der Zytokine sowohl im Mittelpunkt des Interesses von Immunbiochemikern als auch von Internisten, Chirurgen, Pathologen und Neurowissenschaftlern stehen.

Zu den Themenschwerpunkten der Studiengruppe zählen: 1. Molekulare Mechanismen der Pathogenese Untersucht werden genetische und epigenetische Mechanismen von Zellnoxen sowie die an ihrer Entstehung und Kompensation beteiligten Zellstrukturen und Regulationsprozesse. 2. Molekulare Diagnostikverfahren Rekombinante Genetik und Methoden der DNA-Amplifikation besitzen in der Labordiagnostik bereits einen hohen Stellenwert. Molekulare Marker werden aber auch zunehmend für bildgebende Diagnostikverfahren an Bedeutung gewinnen. In diesem Schwerpunkt sollen u.a. Anwendungsmöglichkeiten von Neuentwicklungen der Molekularbiologie diskutiert werden. 3. Molekulare Therapieansätze Verfahren der molekularen Pharmakologie, insbesondere die selektive Beeinflussung von molekularen Enzym- und Rezeptorvarianten, zählen ebenso zu den Zielrichtungen der Molekularen Medizin wie die Entwicklung rekombinanter Therapieverfahren einschließlich des somatischen Gentransfers.

Ziel der Studiengruppe soll es sein, die Zusammenarbeit von Klinikern und Naturwissenschaftlern zu stärken und damit einen frühzeitigen Wissens- und Technologietransfer in die Klinik zu ermöglichen. Im Gegensatz zu rein experimentellen Ansätzen ist die Molekulare Medizin naturgemäß auch klinisch orientiert und damit in starkem Maße ethischen und praktischen Beschränkungen unterworfen. Daher soll die intensive Interaktion gleichzeitig dazu beitragen, naturwissenschaftliche Fragestellungen frühzeitig vor dem Hintergrund des klinisch Realisierbaren zielgerichtet zu planen. Um eine gleichberechtigte und reibungslose Vertretung experimenteller und klinischer Denkweisen zu ermöglichen, soll der Arbeitskreis wechselnd von einem/r primär klinischen und einem/r primär experimentell tätigen Sprecher/in und Stellvertreter/in geleitet werden. 
(C.-M. Becker)

 

Molekulare Neurobiologie (seit 1977)

stv. Studiengruppensprecher

Prof. Dr. Rolf Heumann
Universität Bochum
LS f. Molekulare Neurobiochemie
Universitätsstr. 150, NC7/174
44780 Bochum
Tel.: 0234 3224230
Fax: 0234 3214105
rolf.heumann@ruhr-uni-bochum.de

Die Studiengruppe Molekulare Neurobiologie wurde 1977 gegründet und firmierte 30 Jahre unter dem Namen „Studiengruppe Neurochemie“. Die Änderung des Namens verdeutlicht, dass hier nicht nur Biochemiker, sondern auch Molekularbiologen, Zellbiologen, Stammzellforscher, Neurogenetiker und Neuroanatomen ein Forum des wissenschaftlichen Austausches finden. Und so definiert sich die Studiengruppe als eine Population von Biowissenschaftlern aller Provenienzen, die sich unter einer gemeinsamen Fragestellung zusammenfinden, um Antworten auf Fragen nach der molekularen Funktionsweise des Nervensystems zu suchen. Die interdisziplinäre Einbindung von neu aufkommenden Methoden und Konzepten ist ein besonderes Anliegen der Studiengruppe. Dies motiviert auch zur inhaltlichen und organisatorischen Vernetzung mit anderen GBM-Studiengruppen. Ein Schwerpunkt der Arbeit der Studiengruppe liegt auch darin, das Potential des wissenschaftlichen Nachwuchses zu nutzen und den Austausch mit renommierten Wissenschaftlern zu fördern. Das wird dadurch umgesetzt, dass auf den bijährlichen Studiengruppentagungen neben etablierten Forschern insbesondere Nachwuchsgruppenleitern ein Forum zur Vorstellung ihrer Ergebnisse geboten wird. Darüber hinaus bringt die Studiengruppe Symposiumsvorschläge in die GBM-Herbsttagung und die Göttinger Tagung der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft ein. 

Perspectives in Molecular Neurobiology

Die nächste Tagung der Studiengruppe findet vom 11. bis 13. September 2014 in Bochum unter dem Titel "Perspectives of Molecular Neuroscience in Health and Disease“ statt.
 
Molekulare Zellbiologie (seit 1995)

Stellvertreter

Prof. Dr. Konstanze Winklhofer
Universität Bochum
Physiol. Chemie/Mol. Zellbiologie
MA 2/143
44801 Bochum
Tel.: 0234 3228428
Fax: 
konstanze.winklhofer@rub.de

Die Studiengruppe Molekulare Zellbiologie wurde 1995 gegründet. Sie besteht gegenwärtig aus ca. 275 Mitgliedern. Molekulare Zellbiologie ist ein sehr breit gefächertes Gebiet. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum wir in Deutschland keine übergreifende Aktivität haben, welche dieses breite Forschungsgebiet zusammenbringt und zusammenhält. Die Studiengruppe hat das Ziel, Zellbiologen mit einem molekularen Interesse einander näherzubringen. Die wichtigen Themenbereiche der modernen Zellbiologie, die in dieser Studiengruppe besonderes Gewicht haben, sind die molekulare Organisation und Entstehung der Zelle, die Biogenese von Organellen, konstitutive und regulierte Exozytose und Endozytose, das Zytoskelett und die Zytoskelett-vermittelte Dynamik zellulärer Prozesse, Proteinfaltung und Chaperone, Proteindegradation, Chromatin und Chromosomen, Ribonucleoproteine, RNA-Prozessierung und Lokalisierung, Stress-Antwort, Zell-Zell-Interaktion einschließlich extrazellulärer Matrix, Signaltransduktion, Zellzyklus und Zellzykluskontrolle, Zelldifferenzierung, Zellmotilität und Zellpolarität, programmierter Zelltod.

Vielfach ist die Wahl des richtigen Organismus, der richtigen Zellinie, entscheidend für die erfolgreiche Bearbeitung eines zellbiologischen Problems. Neben dem 'richtigen' Organismus sind die Methoden extrem wichtig für die erfolgreiche Aufklärung eines zellbiologischen Phänomens, wobei methodisch sehr breit geforscht werden sollte. Das wird wesentlich erleichtert, wenn es unter den Zellbiologen zu einem kontinuierlichen Austausch von Erfahrung und Know-how kommt und die Diskussion mit Vertretern anderer Sparten gesucht wird. Ein wichtiges Ziel dieser Studiengruppe ist es daher, solche Kontakte zu fördern. Dazu dienen die Veranstaltungen der Studiengruppe, als Beteiligung an anderen zellbiologischen Veranstaltungen, als eigene Kolloquien oder im Rahmen der Tagungen der GBM. 
(Ed Hurt)

Protein Engineering und Design (seit 1994)

Stellvertreter

Prof. Dr. Harald Kolmar 
TU Darmstadt 
Clemens-Schöpf-Institut/Biochemie 
Petersenstr. 22
D - 64287 Darmstadt
Tel.: 06151-163657
Fax: 06151-165399
Kolmar@biochemie.tu-darmstadt.de

Die Möglichkeit zur biologischen Überproduktion von Polypeptiden mit Hilfe der Gentechnik hat seit Mitte der 80er Jahre zu einer Renaissance in der Proteinchemie geführt. Protein Engineering beschreibt die gezielte Veränderung in der Natur existierender Proteine, während Protein Design für eine aktuelle Zielrichtung steht, welche die Konstruktion künstlicher Proteine mit neuartigen Eigenschaften zum Gegenstand hat. Das zur Realisierung dabei angewandte Methodenspektrum reicht vom Computer-Einsatz zur Strukturplanung über die gentechnische Produktion und biochemische Charakterisierung der "synthetischen" Proteine bis hin zur ihrer Strukturanalyse. Neben rationalen Ansätzen zur Konstruktion von Proteinen nehmen sogenannte evolutive Vorgehensweisen zunehmend eine wichtige Rolle ein.

Die Studiengruppe wurde zum Jahresanfang 1994 gegründet, um in der GBM ein interdisziplinäres Gesprächsforum zu schaffen, das die Entwicklung und Etablierung dieses neuen Forschungsgebiets fördern soll. Dabei werden Wissenschaftler angesprochen, die unter anderem auf den Feldern Proteinchemie, angewandte Gentechnik, Strukturanalyse und Biocomputing tätig sind. Der Schwerpunkt des Meinungsaustauschs sollte auf der gezielten Realisierung von Proteinen mit neuen strukturellen und funktionellen Eigenschaften liegen. Gefördert werden soll nicht nur der Kontakt innerhalb der akademischen Forschung, sondern gerade auch der Bezug zu anwendungsorientierten Fragestellungen in Medizin und Industrie. Die Studiengruppe umfasst derzeit gut 200 Mitglieder.

Seit der Gründung der Studiengruppe finden jährlich Treffen zumeist im Rahmen einer Nachmittagssitzung auf der GBM-Herbsttagung oder auf der Analytica Conference in München statt. 
(A. Skerra)

Redoxbiologie (seit 2011)

Stellvertreter

PD Dr. Tobias Dick
Deutsches Krebsforschungszentrum
Abt. Redoxregulation (A160)
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 422320
Fax: 06221 424406
t.dick@dkfz.de

Redoxveränderungen von Proteinen spielen eine zentrale Rolle bei zellulären Regulationsvorgängen, bei der Übertragung von Signalen oder bei enzymatischen Reaktionen. Moderne Analysemethoden zeigen, dass Redoxprozesse bei einer Vielzahl biologischer Prozesse relevant sind.

Die Studiengruppe will zum einen die wissenschaftlichen Interaktionen auf dem noch jungen Gebiet der Redoxbiologie in Deutschland fördern und zum anderen  den Austausch von Methoden zur Untersuchung von Redoxprozessen stimulieren. Dafür trifft sich die Studiengruppe in Symposien, die eigenständig oder als Satellitentreffen mit der Herbsttagung der GBM durchgeführt werden.

Zur Webseite der Studiengruppe

Rezeptoren und Signaltransduktion (seit 2000)

Stellvertreter

Prof. Dr. Karlheinz Friedrich 
Universität Jena 
Institut für Biochemie II 
Nonnenplan 2-4 
07743 Jena 
Tel.: 03641-9396405 
Fax: 03641-938642 
karlheinz.friedrich@med.uni-jena.de

Die GBM-Studiengruppe „Rezeptoren und Signaltransduktion“ wurde im Dezember 2000 gegründet. Ihr Ziel ist es, Forschung auf dem Gebiet der Rezeptor-vermittelten, intrazellulären Signalweiterleitung in der GBM zu bündeln und zu fördern. 

Im Jahr 2010 wurden Christine Blattner und Karlheinz Friedrich von den Mitgliedern als Sprecher gewählt. Das Sprecher-Team setzt sich vor allem für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie für einen verbesserten Austausch innerhalb der Studiengruppe ein.

Die Studiengruppe beteiligt sich regelmäßig durch Ausrichtung von Symposien und Workshops an der Herbsttagung der GBM und am „Joint Meeting Signal Transduction - Receptors, Mediators and Genes“, das alljährlich im Oktober oder November stattfindet. Diese immer sehr gut angenommenen Veranstaltungen werden zumeist durch Präsentationen arrivierter „Keynote“-Redner eingeleitet und bestehen ansonsten aus Beiträgen der angemeldeten Teilnehmern in Form von Kurzvorträgen und Postern. Durch dieses Konzept ergeben sich vor allem für jüngere Wissenschaftler attraktive Möglichkeiten, ein größeres Publikum auf ihre Arbeiten aufmerksam zu machen. Daneben beteiligt sich die Studiengruppe regelmäßig am Nachwuchswissenschaftler-Treffen „Young Scientists meet Experience“, das die Studiengruppe „Biochemische Pharmakologie und Toxikologie“ federführend organisiert und das ausschließlich durch Beiträge von Nachwuchswissenschaftlern gestaltet wird.

 

RNA-Biochemie (seit 2001)

Die Studiengruppe RNA-BIOCHEMIE wurde im Rahmen der GBM-Herbsttagung im September 2001 gegründet. In der traditionell weit gefasste Auslegung des Begriffs „RNA Biochemie“ versteht sich die Fachgruppe als Forum, in dem so heterogene Disziplinen der Lebenswissenschaften wie Biophysik, Molekularbiologie, Zellbiologie, Bioinformatik  und Chemische Biologie zu Informationsaustausch und Kooperation aufeinandertreffen.

Hierzu findet seit 2002 im zweijährigen Turnus die Studiengruppen Konferenz „RNA Biochemie“ statt. Bei dieser englischsprachigen Konferenz tragen außer renommierten SprecherInnen aus dem Aus- und Inland auch viele JungforscherInnen ihre neuesten Ergebnisse vor. Traditionell werden in einem Dutzend Sessions auch viele Sprecher Slots an Doktoranden vergeben. Die Konferenz beinhaltet auch einen Workshop zu einem jeweils aktuellen Thema der RNA Forschung. Zu den abgebildeten Themen der Workshops gehören RNA & Disease, RNA Interference, Riboswitches, Single Molecule Techniques, Deep Sequencing, Bioinformatics, RNA trafficking, microRNAs und RNA Modification.

Dem weiteren Austausch dient u.a. die Homepage der Studiengruppe (http://www.rna-biochemistry.de/wp/), wo in einem Veranstaltungskalender auf die aktuellen Aktivitäten hingewiesen wird.  

 

Strukturbiologie (seit 2005)

Stellvertreter

Prof. Dr. Stefan Raunser
MPI für molekulare Physiologie
Strukturbiochemie
Otto-Hahn-Str. 11
44227 Dortmund
Tel.: 0231 1332300
Fax: 0231 1332399
stefan.raunser@mpi-dortmund.mpg.de

Die Studiengruppe Strukturbiologie wurde im Juni 2005 gegründet, um für diese disziplinenübergreifenden Forschungsrichtung eine Plattform zur Förderung der Kommunikation und Kooperation zu schaffen. 

Strukturabbildungen biologischer Makromoleküle sind allgegenwärtig, da sie uns erlauben, das Objekt unserer Untersuchungen direkt in Augenschein zu nehmen. Die Arbeitsmethoden der Strukturbiologie sind Cryo-Elektronenmikroskopie, Kernspinresonanz-(NMR)-Spektroskopie und Röntgendiffraktometrie, aber auch Techniken wie Einzelmolekülspektroskopie und Dynamiksimulationen. Diese Methoden sind aufgrund der unterschiedlichen Möglichkeiten, die sie zur Strukturcharakterisierung bieten, und aufgrund ihrer jeweils spezifische Stärken weitgehend komplementär und entwickeln sich rasant weiter. 

Die GBM-Studiengruppe Strukturbiologie bietet Strukturforschern und –forscherinnen und allen strukturell/mechanistisch interessierten Biowissenschaftlern ein Forum für Austausch und Vernetzung und zur Weiterentwicklung und Integration strukturbiologischer Arbeitsweisen. Dazu veranstaltet die Studiengruppe auch alle zwei Jahre die internationale Murnau Conference on Structural Biology. Sie dient als regelmäßiges Studiengruppentreffen und ermöglicht einen Blick auf aktuelle Forschungsthemen sowie Diskussionen und Kontakt mit führenden Strukturforschern aus In- und Ausland.