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Analytica Forschungspreis 2010
Petra Dittrich und Matthias Selbach für Forschungsarbeit ausgezeichnet
(23.03.2010) Die beiden Wissenschaftler Prof. Dr. Petra S. Dittrich (36), Laboratorium für Organische Chemie an
der ETH Zürich, und Dr. Matthias Selbach (39), Arbeitsgruppe „Zelluläre Signalwege und Massenspektrometrie“ am Max-Delbrück-Centrum, Berlin-Buch, werden heute mit dem Analytica Forschungspreis 2010 ausgezeichnet. Sie teilen sich den mit insgesamt 50.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis für ihre grundlegenden Arbeiten auf den Gebieten von Mikrochips und Zellanalytik. Prof. Dr. Nikolaus Pfanner, Präsident der Gesellschaft für Biochemie und
Molekularbiologie e.V. (GBM), verleiht den von Roche gestifteten Forschungspreis auf der Weltfachmesse für Analytik, Labortechnik und Biotechnologie, der analytica, in München. „Roche ist als innovatives Gesundheitsunternehmen an der Entwicklung von neuen Konzepten und Technologien sehr interessiert“, begründet Dr. Gerd Grenner, Chief Technology Officer Diagnostics, Basel, das Engagement von Roche bei der Vergabe des Analytica Forschungspreises. „Die beiden Preisträger verkörpern die Ansprüche, die wir an die moderne medizinische Forschung stellen. Über mehrere Fachdisziplinen hinweg denken und arbeiten, neue Wege gehen aber dabei nie das Ziel aus dem Auge verlieren, am Ende einen echten Mehrwert zu schaffen.“
Die Chemikerin Prof. Dr. Petra Dittrich entwickelt scheckkartengroße Chips mit miniaturisierten
Laborkomponenten und nutzt dazu Methoden der Mikro- und Nanotechnologie. Ziel ihrer Arbeit
sind Lab-on-a-Chip-Systeme, die alle Funktionen eines großen Labors auf einem Kunststoffträger
integrieren, um auch komplexe Analysen simultan vornehmen zu können. „Das könnte vielleicht
einmal das lange Warten auf Laborwerte überflüssig machen, weil Blutproben oder Proben anderer
Körperflüssigkeiten direkt vor Ort in der Arztpraxis analysiert und ausgewertet werden können“,
erklärt die Wissenschaftlerin. Die winzigen Reaktionsplattformen eignen sich auch für die
Grundlagenforschung. So arbeitet Petra Dittrich derzeit an einem Chip, auf dem einzelne Zellen
aufgebracht werden können, um grundlegende Prozesse und Reaktionsmechanismen von
hochkomplexen Systemen wie einer lebenden Zelle zu verstehen.
Der Biologe Dr. Matthias Selbach, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin-Buch,
erforscht, wie Zellen die Proteinbiosynthese steuern. Mit einer neuen Markierungsmethode, dem
„pulsed SILAC-Verfahren“, hat er gezeigt, dass so genannte Mikro-Ribonukleinsäuren (microRNAs)
die Proteinproduktion in der Zelle entscheidend beeinflussen. Der Wissenschaftler und sein Team
haben dazu Aminosäuren, die Bausteine der Proteine, mit stabilen Isotopen markiert. Die Zellen bauen
die markierten Aminosäuren daraufhin in die Proteine ein. Anschließend ist es möglich, die
Proteinsynthese mithilfe eines Massenspektrometers zu quantifizieren. „Unser Ziel ist es, grundlegende
Lebensprozesse auf Proteinebene zu verstehen“, sagt Matthias Selbach. „Und es würde uns freuen,
wenn sich daraus bald konkrete diagnostische und therapeutische Anwendungen ergeben könnten.“
Die microRNAs sind sehr kleine RNAs, die aus nur knapp zwei Dutzend Nukleotid-Bausteinen
bestehen. Sie können sich an komplementäre Abschnitte einer Boten-Ribonukleinsäure anlagern und
verhindern, dass das jeweilige Protein aufgebaut wird. Sie entscheiden also, welche Proteine produziert
werden.
Über den Analytica Forschungspreis
Mit dem Analytica Forschungspreis werden innovative und in Deutschland ausgeführte
Forschungsarbeiten geehrt. Vergeben wird der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis von der
Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) und Roche. Ziel ist es, Spitzenkräfte der
bioanalytischen Forschung zu identifizieren und ihre wegweisenden Arbeiten zu honorieren. Der Preis
ist damit auch als Stärkung für den Wissenschaftsstandort und die Forschung in Deutschland zu
verstehen. Die Auszeichnung dient der Anerkennung neuer methodischer Entwicklungen und neuer
wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet der molekularen, biologischen sowie biochemischen
Analytik. Die Preisträger werden von der GBM und von Roche vorgeschlagen. Die Auswahl der
Preisträger erfolgt durch eine Jury, bestehend aus Vertretern der GBM und von Roche.
Über Roche
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ein führendes, forschungsorientiertes Unternehmen ist
spezialisiert auf die beiden Geschäfte Pharma und Diagnostics. Als weltweit grösstes Biotech-
Unternehmen entwickelt Roche klinisch differenzierte Medikamente für die Onkologie, Virologie,
Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche, ein
Pionier im Diabetesmanagement, ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostik
und gewebebasierten Krebstests. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die
Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern sind das
strategische Ziel der personalisierten Medizin von Roche. 2009 beschäftigte Roche weltweit über 80’000
Mitarbeitende und investierte fast 10 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung. Der
Konzern erzielte einen Umsatz von 49,1 Milliarden Franken. Genentech, USA, gehört vollständig zur
Roche-Gruppe. An Chugai Pharmaceutical, Japan, hält Roche die Mehrheitsbeteiligung. Für weitere
Informationen: www.roche.com. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland über 13 000
Mitarbeitende, davon rund 4 500 in Penzberg. Informationen im Internet unter www.roche.de.
Weitere Informationen über den Analytica Forschungspreis, die Preisträger und die Preisverleihung
erhalten Sie im Internet unter www.roche.de/analytica2010