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Franz-Ulrich Hartl erhält Otto-Warburg-Medaille

Otto-Warburg-Medaille

Franz-Ulrich Hartl erhält Otto-Warburg-Medaille gesponsert von QIAGEN

Forschung zur Proteinfaltung in Zellen ausgezeichnet

(28.09.2009) Eiweiße (Proteine) sind von entscheidender Bedeutung für praktisch alle Lebensprozesse. Der deutsche Wissenschaftler Franz-Ulrich Hartl, Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, hat mit seiner Forschung zur Proteinfaltung den Grundstein für ein wichtiges Forschungsgebiet der Biologie und Medizin geschaffen. Er konnte unter anderem zeigen, dass so genannte Chaperone für die Proteinfaltung in Zellen entscheidend sind. Sie beeinflussen, ob Proteine die richtige Form annehmen und ihre biologischen Aufgaben in der Zelle erfüllen. Ist diese Proteinfaltung gestört, können schwere neurodegenerative Erkrankungen wie Chorea Huntington oder Morbus Parkinson auftreten. Auch beim Alterungsprozess spielen solche Störungen eine Rolle. Für seine Arbeiten erhält Professor Hartl am 28. September in Aachen die Otto-Warburg-Medaille, die höchste Auszeichnung für Biochemiker und Molekularbiologen in Deutschland. Der von der QIAGEN GmbH gesponserte Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.
Proteine werden oft als die „Bausteine des Lebens“ bezeichnet. Im Unterschied zu Bausteinen sind sie jedoch nicht starr, sondern flexibel und können ganz verschiedene dreidimensionale Strukturen bilden. Die räumliche Anordnung der kettenförmigen Moleküle, ihre Faltung, ist dabei von entscheidender Bedeutung. Manche kleinere Proteine falten sich von selbst auf die richtige Weise, sobald die Zelle sie gebildet hat. Vor allem größere Proteinmoleküle darf die Zelle jedoch nicht sich selbst überlassen – sie verknäulen sich sonst zu Zufallsstrukturen oder verklumpen mit anderen Proteinen zu so genannten Aggregaten.
Für sie hat die Natur molekulare Helfer entwickelt, eine spezialisierte Klasse von Proteinen, die Wissenschaftler als „molekulare Anstandsdamen“ bezeichnen (englisch: Molecular Chaperones). Die Chaperone schirmen andere Proteine während des Faltungsprozesses von schädlichen Einflüssen ab und wirken einer fehlerhaften räumlichen Anordnung entgegen. Eine Störung dieser Mechanismen kann dramatische Folgen haben: Alzheimer, der „Veitstanz“ Chorea Huntington und Parkinson zählen zu den Krankheitsbildern, die wahrscheinlich aus fehlerhafter Proteinfaltung resultieren. Mit steigendem Alter produzieren die Zellen des menschlichen Körpers immer weniger Chaperone – die Folge: Fehlgefaltete unbrauchbare Proteine häufen sich an und beeinträchtigen die Zellen.
„Ulrich Hartls Entdeckungen haben unseren Blick auf die biochemischen Prozesse in der Zelle revolutioniert“, erklärt Professor Nikolaus Pfanner, Präsident der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM). „Seine Erkenntnisse sind heute Lehrbuch-Wissen, aber dabei alles andere als abstrakte Theorie. Die Wiederherstellung einer beeinträchtigten Chaperon-Funktion könnte in Zukunft zur Behandlung vieler Krankheiten beitragen und vielleicht auch den Alterungsprozess beeinflussen.“
„Wir gratulieren Ulrich Hartl zur Auszeichnung. Seine Forschung bedeutet einen unschätzbaren Fortschritt für die Biochemie, aber auch viele verwandte Disziplinen“, betonte Dr. Birgit Jostes, Senior Global Director Marketing and Strategy bei QIAGEN. „Als ein führender Anbieter von molekularen Probenvorbereitungs - und Testtechnologien sind wir stolz darauf, herausragende Wissenschaftler aus der Grundlagenforschung mit dieser Auszeichnung zu fördern, und damit die Entwicklung neuer medizinischer Untersuchungsverfahren und Behandlungsmethoden unterstützen zu können.“

Die Ehrung
Professor Ulrich Hartl wird die Otto-Warburg-Medaille am Montag, 28. September, um 18.00 Uhr in den Räumen der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) entgegennehmen. Die Ehrung findet im Rahmen der internationalen Tagung „Signal Transduction and Disease“ statt (www.sigtrans-aachen.org). Im Anschluss an die Verleihung wird Hartl in einer Vorlesung über seine Arbeit berichten.

Die Otto-Warburg-Medaille, sponsored by QIAGEN
Die Otto-Warburg-Medaille wird seit 1967 von der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) ausgelobt. Mit der Auszeichnung werden bahnbrechende Leistungen im Bereich der biochemischen und molekularbiologischen Grundlagenforschung auf internationaler Ebene gewürdigt und gefördert. Erkenntnisse aus diesen wissenschaftlichen Disziplinen sind u. a. Basis für die Entwicklung innovativer Medikamente. Die Otto-Warburg-Medaille gilt als die höchste Auszeichnung für Biochemiker und Molekularbiologen in Deutschland. Für den Gewürdigten bleibt es meist nicht nur bei dieser wissenschaftlichen Ehrung: Fünf der bisherigen Preisträger wurden später mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Seit 2007 ist die Medaille mit einem Preisgeld von 25.000 Euro dotiert, das exklusiv von QIAGEN gesponsert wird. Weitere Informationen über die Medaille finden Sie unter http://www.otto-warburg-medaille.org/.

Über die GBM
Die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) ist die größte biowissenschaftliche Fachgesellschaft Deutschlands. Mit ihren fast 5500 Mitgliedern engagiert sie sich für die Interessen aller, die in den dynamischen und zukunftsträchtigen Disziplinen zwischen Chemie, Medizin und Biologie arbeiten und forschen - vom Professor bis zum Erstsemester. Ob Deutsche Forschungsgemeinschaft, Journalisten, Behörden oder die Fachverbände anderer Disziplinen: Wer Expertise in Fragen der Biochemie und molekularen Biowissenschaften braucht, wendet sich bevorzugt an die GBM. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.gbm-online.de/.

Über QIAGEN
QIAGEN N.V. ist eine niederländische Holdinggesellschaft und weltweit führender Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien. Probenvorbereitungstechnologien werden eingesetzt, um DNA, RNA und Proteine aus biologischen Proben wie Blut oder Gewebe zu isolieren und für die Analyse vorzubereiten. Testtechnologien werden eingesetzt, um solche isolierten Biomoleküle sichtbar zu machen. QIAGEN hat über 500 Verbrauchsprodukte sowie Lösungen zu deren Automatisierung entwickelt. Das Unternehmen verkauft seine Produkte weltweit an molekulardiagnostische Labore, die akademische Forschung, pharmazeutische und biotechnologische Unternehmen sowie an Kunden in Märkten für angewandte Testverfahren (u.a. Forensik, Veterinär- und Lebensmitteltestung, pharmazeutische Prozesskontrolle). QIAGENs Testtechnologien umfassen eines der weltweit breitesten Portfolios an molekulardiagnostischen Tests. Dieses beinhaltet auch den digene HPV Test, der als Goldstandard in der Erkennung von Hochrisiko-Typen der Humanen Papillomviren (HPV) gilt, der primären Ursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. QIAGEN beschäftigt weltweit mehr als 3.100 Mitarbeiter an über 30 Standorten. Weitere Informationen über QIAGEN finden Sie unter http://www.qiagen.com/

http://www.otto-warburg-medaille.org/

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