
Presseinfo
Otto-Warburg-Medaille für Ari Helenius
Von QIAGEN dotierte Auszeichnung für bahnbrechende Arbeiten zu viralen Infektionen und der Zellbiologie der Proteinfaltung verliehen
(09.04.2010) Der aus Finnland stammende Wissenschaftler Prof. Ari Helenius ist heute mit der Otto-Warburg-Medaille der deutschen Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) ausgezeichnet worden. Die Medaille gilt als die höchste deutsche Ehrung für Biochemiker und Molekularbiologen. Helenius erforschte, wie Viren ihre Zielzellen zu ihren eigenen Gunsten umprogrammieren. Dabei entdeckte er auch grundlegende Prinzipien der biologischen „Qualitätskontrolle“ bei der Synthese von Proteinmolekülen. QIAGEN, führender Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien, sponsert exklusiv das Preisgeld in Höhe von 25 000 Euro. Helenius nimmt die Auszeichnung am heutigen Abend in Mosbach entgegen.
Viren vermehren sich indem sie in lebende Zellen eindringen und sich dort vervielfältigen – in der Regel zum Nachteil für die infizierte Zelle. Dazu benutzen sie die biochemische Maschinerie der Wirtszelle selbst, die sie trickreich für ihre Zwecke missbrauchen. Professor Ari Helenius erforschte die molekularen Prozesse, mit denen Influenza-Viren ihre Wirtszellen manipulieren, unter anderem am Beispiel des Hämagglutinins. Dieses Proteinmolekül wird in die Hüllen der Viren eingebaut.
Helenius entdeckte, dass die befallene Zelle das Hämagglutinin nicht nur in größeren Mengen herstellt und an die Membran-Oberfläche schleust – sie überprüft es außerdem mit einem Qualitätskontroll-System, das eigentlich für normale, zelleigene Proteine bestimmt ist. Nur funktionsfähige Proteine, die richtig gefaltet sind und die richtige räumliche Struktur haben, werden von dieser biochemischen „Sortiermaschine“ weiterverarbeitet. Spezielle Enzyme erkennen fehlstrukturierte Proteine und versehen sie mit einem Anhängsel, einem Zuckermolekül. Proteine mit dieser Markierung können den Ort, an dem sie hergestellt werden, das so genannte endoplasmatische Retikulum, nicht verlassen. Diese Überprüfung neu synthetisierter Proteine ist von grundlegender Bedeutung: Eine fehlerhafte molekulare Qualitätskontrolle gilt als Ursache verschiedener Krankheiten wie etwa Mukoviszidose und Diabetes. Die von Ari Helenius entwickelten Konzepte sind daher inzwischen Lehrbuchwissen.
„Ari Helenius hat die zellbiologische Forschung über Jahrzehnte hinweg nachhaltig geprägt und innovative experimentelle Ansätze entwickelt“, würdigt Prof. Nikolaus Pfanner, Präsident der GBM, den Preisträger. „Die weitreichenden Konzepte, die er daraus entwickelt hat, sind heute allgemein anerkannt. Ein besseres Verständnis von Virusinfektionen und zellulärer Qualitätskontrolle, zu dem seine Arbeit beigetragen hat, könnte in naher Zukunft neue therapeutische Optionen für die Medizin eröffnen.“
„Mit Ari Helenius erhält in diesem Jahr erneut ein Pionier der Wissenschaft die Otto-Warburg-Medaille, dessen Erkenntnisse nachhaltige Fortschritte in verschiedensten Disziplinen gebracht haben“, unterstreicht Dr. Thomas Schweins, Vice President Marketing and Strategy bei QIAGEN. „Als Anbieter einer Vielzahl von Lösungen zur Probenvorbereitung und Analyse von DNA, RNA und Proteinen, freuen wir uns besonders, dass wir Ari Helenius mit der diesjährigen Auszeichnung weiterhin in seiner weiteren Forschung unterstützen können.“
Der Preisträger
Ari Helenius wurde in Finnland geboren und arbeitete viele Jahre an der Yale Universität in den USA. Seit 1997 forscht und lehrt er als Professor für Biochemie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich.
Die Ehrung
Professor Ari Helenius wird die Otto-Warburg-Medaille am Freitag, 9. April, um 17.30 Uhr in den Räumen der Alten Mälzerei in Mosbach/Baden entgegennehmen. Die Ehrung findet im Rahmen der internationalen Tagung „The Biology of Aging – Mechanisms and Intervention“ statt (www.mosbacher-kolloquium.org). Im Anschluss an die Verleihung wird Helenius in einem Vortrag über seine Arbeit berichten.
Die Medaille
Die Otto-Warburg-Medaille wird seit 1967 von der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) ausgelobt. Mit der Auszeichnung werden bahnbrechende Leistungen im Bereich der biochemischen und molekularbiologischen Grundlagenforschung auf internationaler Ebene gewürdigt und gefördert. Erkenntnisse aus diesen wissenschaftlichen Disziplinen sind unter anderem Basis für die Entwicklung innovativer Medikamente. Die Otto-Warburg-Medaille gilt als die höchste Auszeichnung für Biochemiker und Molekularbiologen in Deutschland. Fünf der bisherigen Preisträger wurden später mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Seit 2007 ist die Medaille mit einem Preisgeld von 25.000 Euro dotiert, das exklusiv von QIAGEN gesponsert wird. Weitere Informationen über die Medaille finden Sie unter http://www.otto-warburg-medaille.org/.
Über die GBM
Die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) ist die größte biowissenschaftliche Fachgesellschaft Deutschlands. Mit ihren fast 5500 Mitgliedern engagiert sie sich für die Interessen aller, die in den dynamischen und zukunftsträchtigen Disziplinen zwischen Chemie, Medizin und Biologie arbeiten und forschen - vom Professor bis zum Erstsemester. Ob Deutsche Forschungsgemeinschaft, Journalisten, Behörden oder die Fachverbände anderer Disziplinen: Wer Expertise in Fragen der Biochemie und molekularen Biowissenschaften braucht, wendet sich bevorzugt an die GBM. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.gbm-online.de/.
Über QIAGEN
QIAGEN N.V. ist eine niederländische Holdinggesellschaft und weltweit führender Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien. Probenvorbereitungstechnologien werden eingesetzt, um DNA, RNA und Proteine aus biologischen Proben wie Blut oder Gewebe zu isolieren und für die Analyse vorzubereiten. Testtechnologien werden eingesetzt, um solche isolierten Biomoleküle sichtbar zu machen. QIAGEN hat über 500 Verbrauchsprodukte sowie Lösungen zu deren Automatisierung entwickelt. Das Unternehmen verkauft seine Produkte weltweit an molekulardiagnostische Labore, die akademische Forschung, pharmazeutische und biotechnologische Unternehmen sowie an Kunden in Märkten für angewandte Testverfahren (u.a. Forensik, Veterinär- und Lebensmitteltestung, pharmazeutische Prozesskontrolle). QIAGENs Testtechnologien umfassen eines der weltweit breitesten Portfolios an molekulardiagnostischen Tests. Dieses beinhaltet auch den digene HPV Test, der als Goldstandard in der Erkennung von Hochrisiko-Typen der Humanen Papillomviren (HPV) gilt, der primären Ursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Zum Portfolio gehört auch eine breite Palette an Nachweisverfahren für Infektionskrankheiten sowie Begleitdiagnostika. QIAGEN beschäftigt weltweit mehr als 3.400 Mitarbeiter an über 30 Standorten. Weitere Informationen über QIAGEN finden Sie unter http://www.qiagen.com/.
http://www.otto-warburg-medaille.org/
