
Die Studiengruppen der GBM
- Jedes Mitglied der GBM kann Mitglied einer oder mehrerer Studiengruppen werden. Dazu genügt eine entsprechende Angabe beim Beitritt in die GBM auf dem Antragsformular oder Sie verwenden dieses Online-Formular.
- Die Studiengruppen fördern den wissenschaftlichen Austausch in vielfältiger Weise. Dazu dienen u.a. jährliche Treffen und Kleinkonferenzen, deren Ausrichtung durch die GBM finanziell gefördert werden.
Liste der Studiengruppen
Studiengruppensprecher
Dr. Sven Schuchardt
Fraunhofer Institut, ITEM
Abt. Bio- un Umweltanalytik
Nikolai-Fuchs-Str. 1
30625 Hannover
Tel.: 0511 5350218
Fax: 0511 5350155
sven.schuchardt@item.fraunhofer.de
Stellvertreter
Dr. René Zahedi
ISAS - Inst.for Analytical Sciences
Proteomics
Otto-Hahn-Str. 6b
44227 Dortmund
Tel.: 0231 1392-182
rene.zahedi@isas.de
Die Biochemie ist in ihrer Entwicklung und ihren Erfolgen eine stark methodenabhängige Wissenschaft. Viele analytische und präparative Verfahren, die in der Protein- und Nukleinsäurebiochemie benötigt werden und deren optimale Beherrschung für Fortschritt und Erfolg wissenschaftlicher Arbeiten entscheidend sind, unterliegen raschen Weiterentwicklungen. Diese sind für den einzelnen oft schwer zu verfolgen und zu überblicken. So wurde die Studiengruppe vor Jahren gegründet, um den einzelnen Wissenschaftlern durch gemeinsame Veranstaltungen einen Erfahrungsaustausch und methodische Anregungen zu bieten. Die Kontakte innerhalb der Studiengruppe sollen helfen, den Austausch von erprobten Verfahren und eventuell auch deren Bereitstellung in Form von Kooperationen zu erleichtern. Nicht jeder sollte leidige Erfahrungen selber machen müssen, sondern auf das Erfahrungspotential von Kollegen zurückgreifen können. So versteht sich die Studiengruppe als ein Instrument zur Effizienzsteigerung und Verbesserung des "know-how"-Transfers zwischen den Mitgliedern. Dies kann im Einzelfall sogar - wie geschehen - zu Kooperationen in der Geräteentwicklung mit gemeinsamer Antragstellung bei Forschung und Entwicklung fördernden Organisationen (z.B. BMBF) führen oder zu Serviceleistungen auswärtiger Laboratorien, wenn nur dort spezielle Techniken vorhanden sind.
Seit 1993 ist die Studiengruppe auch an der Organisation von Arbeitstagungen über Mikromethoden in der Proteinchemie, wie sie am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried abgehalten werden, beteiligt (Organisatoren: Kellner, Mainz; Lottspeich, Martinsried und Meyer, Bochum). Diese deutschsprachigen Tagungen sollen den auf diesem Gebiet Arbeitenden die Möglichkeit bieten, sich über die neuesten technischen und methodischen Entwicklungen umfassend (und zum Teil vergleichend) zu informieren oder auch ihren technischen Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern die Möglichkeit zur Weiterbildung zu geben.
Darüber hinaus werden methodisch orientierte Vorträge, Workshops und Kurse bei den Studiengruppen-Veranstaltungen exemplarisch abgehalten, so daß über das Methodische hinaus stets auch neue wissenschaftliche Ergebnisse vorgestellt werden. Damit soll gleichzeitig eine breite wissenschaftliche Weiterbildung einhergehen, ein Nebeneffekt, der auch im Sinne der Herbsttagungen der GBM liegt. Bevorzugt werden deshalb Studiengruppensitzungen in Verbindung mit der Herbsttagung der GBM, der Analytika in München oder der Arbeitstagungen in Martinsried abgehalten.
Die derzeitige Mitgliederzahl der Studiengruppe beträgt ca. 500.
(A. Sickmann, F. Bier)
Studiengruppensprecher
Prof. Dr. Klaudia Giehl
Universität Gießen
Molekulare Onkologie solider Tumore
Aulweg 130
35392 Gießen
Tel.: 0641 9946804
Fax: 0641 9946729
klaudia.giehl@innere.med.uni-giessen.de
Stellvertreter
Dr. Antje Banning
Universität Gießen
Biochemisches Institut
Friedrichstr. 24
35392 Gießen
Tel.: 0641 9947427
Fax: 0641 9947425
Antje.Banning@biochemie.med.uni-giessen.de
Die moderne wissenschaftliche Pharmakologie und Toxikologie entstanden parallel zu der Physiologie, der physiologischen Chemie und der Pathologie und sind durch intensive Wechselwirkung mit diesen Fachrichtungen gekennzeichnet. Die Studiengruppe Biochemische Pharmakologie und Toxikologie befasst sich – in Fortführung solcher Vernetzungen mit den Nachbardisziplinen und insbesondere auch mit der Biochemie – mit einem breiten Spektrum von Fragestellungen im Bereich der experimentellen Pharmakologie und molekularen Toxikologie.
Die Studiengruppe wurde 1986 von Helmut Sies (Düsseldorf) und Volker Ullrich (Konstanz) gegründet und hat derzeit über 300 Mitglieder. Neben der Entwicklung und Erforschung von Arzneistoffen und ihren Wirkungen werden insbesondere grundlegende biochemische, molekularbiologische und zellbiologische Fragestellungen im Bereich der Pharmakologie und Toxikologie, der zellulären Signaltransduktion aber auch der Risikobewertung von Fremdstoffen behandelt. Die Vielfalt der von Mitgliedern der Studiengruppe bearbeiteten wissenschaftlichen Fragestellungen spiegelt sich auch in der Vielzahl der methodischen Ansätze wider. Diese reichen von der Anwendung modernster biochemischer, zell- und molekularbiologischer Verfahren bis hin zu Analysen in komplexen Tier- und Organsystemen.
Ziel der Studiengruppe ist es, diese Komplexität in einem interdisziplinären Dialog der Mitglieder zu fördern und diesen Dialog für die nachhaltige Weiterentwicklung wissenschaftlicher Fragestellungen zu nutzen. Hierzu beteiligt sich die Studiengruppe aktiv an der Ausrichtung von Workshops und Symposien mit aktuellen und richtungweisenden Themen im Rahmen der von der GBM organisierten Tagungen. Durch eine enge Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Signaltransduktion (Signal Transduction Society, STS) ist die Studiengruppe auf der Jahrestagung der STS regelmäßig mit einem eigenen Workshop zu wechselnden Themen vertreten. Ein wichtiges Anliegen der Studiengruppe ist außerdem die aktive Förderung junger Wissenschaftler in Form eines zweijährlich eigens für Jungforscher ausgerichteten zweitägigen Symposiums, das bisher überwiegend durch Sponsorengelder finanziert werden konnte. Ziel dieser Veranstaltung ist es, den Erfahrungsaustausch unter den jungen Wissenschaftlern zu fördern und zu einer Netzwerkbildung beizutragen. Für einige Teilnehmer bietet sich hier die erste Gelegenheit, ihre wissenschaftlichen Ergebnisse außerhalb ihrer eigenen Arbeitsgruppe zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen. Darüber hinaus wird jährlich durch die Sprecher der Studiengruppen „Biochemische Pharmakologie und Toxikologie“ und „Rezeptoren und Signaltransduktion“ der „GBM-Innovation-Award for Young Scientists“ im Rahmen der Jahrestagung der STS verliehen. Hierdurch sollen junge Wissenschaftler, die eine neue, innovative Methode entwickelt haben, ausgezeichnet und für ihre weitere Tätigkeit motiviert werden.
Vorrangige Ziele der Studiengruppe sind die Kontaktförderung und der Wissenstransfer zur Aufrechterhaltung eines interdisziplinären Dialogs und erfolgreicher Kooperationen innerhalb und außerhalb der Studiengruppe. Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen und können gerne mit uns, den Sprechern, Kontakt aufnehmen, um weitere Informationen zu erhalten.
(K.Giehl)
Studiengruppensprecher
Prof. Dr. Thorsten Friedrich
Universität Freiburg
Organische Chemie und Biochemie
Albertstr. 21
D - 79104 Freiburg i. Br.
Tel.: 0761-2036060
Fax: 0761-2036096
tfriedri@uni-freiburg.de
Stellvertreter
Prof. Dr. Carola Hunte
Universität Freiburg
Biochemie und Molekularbiologie
Stefan-Meier-Str. 17
D - 79104 Freiburg
carola.hunte@biochemie.uni-freiburg.de
Bioenergetik ist die Wissenschaft von der Energieversorgung der Zellen. Letztlich gründen sich fast alle Lebensprozesse auf die Nutzung des Sonnenlichts durch die Photosynthese. Deren Produkte werden durch Gärung und Atmung abgebaut, und nutzbare Energie wird in der universell verwendbaren Form von ATP bereitgestellt. Den energieliefernden und energieverbrauchenden Prozessen gemeinsam ist ein räumlich gerichteter Ablauf der Reaktionen in den koppelnden Membranproteinen, ein Wechselspiel zwischen Erzeugern und Nutzern der protonenmotorischen Kraft. Die Ereignisketten von Photosynthese, Atmung und ATP-Synthese sind weitgehend aufgeklärt. Die aktuellen Forschungsaktivitäten richten sich auf die molekulare Funktionsweise der Energiewandler. Durch Spektroskopie, gezielte Mutagenese und Kristallographie wurden außerordentliche Fortschritte erzielt. Die Kristallstrukturen einiger bakterieller photosynthetischer Reaktionszentren waren die ersten bekannten Kristallstrukturen von Membranproteinen. Auf röntgen- und elektronenkristallographischen Wegen folgte die Strukturanalyse von bakteriellen und pflanzlichen Lichtsammlerkomplexen. Die nun bekannte Anordnung der Atome erlaubt es, die Prozessfolge von der Lichtabsorption, Elektronentransfer und Protonentranslokation sehr genau zu beschreiben. Erste Strukturanalysen der verwandten, aber komplizierter aufgebauten Reaktionszentren der oxygenen Photosynthese liegen vor. Mit der 1995 gelungenen Bestimmung der Kristallstruktur einer bakteriellen und einer tierischen Cytochrom c-Oxidase wurde ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Bioenergetik gesetzt. Die jeweils mit 2,8 Å Auflösung ermittelten Strukturen gewähren erstmalig einen direkten Einblick in den Mechanismus dieser durch Zellatmung angetriebenen Protonenpumpe. Inzwischen sind auch Strukturinformationen über eine weitere Komponente der mitochondriellen Atmungskette, den bc1-Komplex, verfügbar. Gemeinsame Elemente von Photosynthese und Atmung sind die F-ATPasen, die den photochemisch oder elektrochemisch erzeugten Protonenstrom zur ATP-Synthese nutzen. Die Kristallstruktur des großen, ATP-synthetisierenden Teils der tierischen F-ATPase ist gelöst. Die Struktur unterstützt die Hypothese der Rotationskatalyse, die besagt, daß die Konformationsänderungen in den katalytischen Zentren durch Rotation eines im Inneren gelegenen Proteins erreicht wird. Eine solche Rotationsbewegung wurde inzwischen durch äusserst elegante Experimente mehrerer Arbeitsgruppen überzeugend belegt. Wie der Protonenstrom diese Rotation bewerkstelligt und inwieweit der membranständige Teil des Enzyms daran beteiligt ist, stellt eine Herausforderung der nächsten Jahre dar. Die Umkehrung dieser Reaktionen in den eng zu den F-ATPasen verwandten vesikulären ATPasen liefert die Energie für physiologisch bedeutsame Transportprozesse in intrazellulären Vesikeln. Neben den klassischen Atmungsketten sind in Bakterien auch eine Vielzahl exotischer Reaktionsketten entdeckt und charakterisiert worden, die ebenfalls Ionen pumpen, um ATP zu synthetisieren. Anhand der nun vorliegenden, atomar aufgelösten Strukturen können bestehende Theorien über Elektronentransfer-Reaktionen in biologischen Systemen und über die dynamischen Eigenschaften der beteiligten Proteine überprüft werden. Medizinische Aspekte ergeben sich, da Konstruktionsfehler in Atmungsenzymen oder F-ATPase für neuromuskuläre Erkrankungen und vorzeitiges Altem verantwortlich zu sein scheinen. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, daß die Bioenergetik das am weitesten fortgeschrittene Gebiet der Membranbiochemie ist.
In der Studiengruppe Bioenergetik haben sich etwa 150 Wissenschaftler mit breitem fachlichem Spektrum, aus Medizin, Molekular- und Mikrobiologie, Biochemie und Biophysik, zusammengeschlossen, die sich mehrmals im Jahr auf internationalen und nationalen Fachkonferenzen über die Fortschritte ihrer wichtigen und interessanten Arbeitsgebiete austauschen.
(H. Weiss/E. Schneider
Studiengruppensprecher
Prof. Dr. Ina Koch
Universität Frankfurt am Main
Institut für Informatik/AK Bioinformatik
Robert-Mayer-Str. 11-15
60325 Frankfurt am Main
Tel.: 069 79824625
Fax: 069 79824603
ina.koch@bioinformatik.uni-frankfurt.de
Stellvertreter
Prof. Dr. Georg Fuellen
Universität Greifswald
Inst.f.Mathematik u.Informatik
Jahnstr. 15 a
D - 17487 Greifswald
Tel.: 03834-864618
Fax: 03834-8680026
fuellen@uni-greifswald.de
Methoden der Bioinformatik haben im letzten Jahrzehnt eine immense Bedeutung für praktisch alle Biowissenschaften gewonnen. Ausgehend von Ansätzen der 80er Jahre zum Gen- und Proteinsequenzalignment und dem Protein-Modelling sind in den letzten Jahren Methoden der Bioinformatik in der Verarbeitung, Datenintegration und Analyse von Genomdaten, in der Proteinbiochemie (Proteomics und Protein-Design), und in allerletzter Zeit im Bereich der Metabolomforschung und bei systembiologischen Ansätzen absolut unverzichtbar geworden. Hierbei ändert sich der Charakter der Bioinformatik von einer Wissenschaft, die vorwiegend Werkzeuge und Datenbanken zur Verfügung stellt, zu einer Wissenschaft, die eigene, neue Fragestellungen entwickelt und zu neuen Herausforderungen an die experimentellen Biowissenschaften führt.
In der Studiengruppe Bioinformatik haben sich Wissenschaftler aus einer Vielzahl von Fachdisziplinen zusammengeschlossen, die entweder selbst Bioinformatik-Methoden entwickeln oder diese für ihre tägliche Forschung intensive anwenden. Die Studiengruppe wurde im Jahr 2002 gegründet und besteht jetzt aus ca. 200 Mitgliedern. Sie sieht ihre Aufgabe darin, die Kommunikation insbesondere auch zwischen den experimentell und theoretisch arbeitenden Biowissenschaftlern zu fördern. Sie tut dies durch die Organisation von Symposien u. a. Die Fachgruppe steht von ihrer Fragestellung her natürlich Kollegen mit biochemischem, genetischem, mikrobiologischen und auch medizinischem Hintergrund offen. (Dietmar Schomburg, vorheriger Sprecher)
Mit den durch die Hochdurchsatz-Technologien entstandenen immensen Datenmengen rückt ein neues Anwendungsgebiet für die Bioinformatik immer mehr in den Vordergrund – die Theoretische Systembiologie. Dieses Forschungsgebiet findet seine Anwendung in der klassischen Biologie, der Biochemie und in immer stärkerem Maße in der Medizin. Angefangen mit der statistischen Auswertung der beim Experiment gemessen Werte, über die geeignete Speicherung der Daten in Datenbanken, steht die Modellierung molekularbiologischer Systeme sowohl auf der qualitativen als auch auf der quantitativen Beschreibungsebenen eine immer größere Rolle. Die Beantwortung systembiologischer Fragestellungen und die damit verbundene Entwicklung geeigneter Modellierungswerkzeuge können nur in enger Zusammenarbeit mit experimentell arbeitenden Forschern erfolgen. Die Fachgruppe ist um eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Bioinformatikern und Wissenschaftlern mit biologischem Hintergrund bemüht, was in ihrem Engagement auf Fachtagungen sowohl der Bioinformatik als auch der Biologie, Biochemie, Biotechnologie und Medizin zum Ausdruck kommen soll. (Ina Koch)
Studiengruppensprecher
Prof. Dr. Claus Seidel
Universität Düsseldorf
LS für Molekulare Physikalische Chemie
Universtätsstr. 1/26.32
D - 40225 Düsseldorf
Tel.: 0211-8115881
Fax: 0211-8112803
cseidel@gwdg.de
Stellvertreter
Prof. Dr. Christian Herrmann
Universität Bochum
Phys. Chemie I/Proteininteraktionen
Universitätsstr. 150
D - 44801 Bochum
Tel.: 0234-3224173
Fax: 0234-3214785
chr.herrmann@rub.de
Die momentan 400 Mitglieder zählende Studiengruppe vereint Biochemiker und Biophysiker mit dem Ziel, die Struktur sowie Dynamik von Proteinen und Nukleinsäuren mit Hilfe von State-of-the-Art physikalischen Methoden zu analysieren. Während ursprünglich primär kinetische Verfahren wie Temperatur- und Feldsprung im Zentrum des Interesses standen, hat sich der Schwerpunkt in den letzten Jahren vor allem auf Strukturanalyse-Techniken verlagert. Dabei stehen die Röntgen- und Neutronenbeugung im Vordergrund, wobei vermehrt auch die Licht-, Elektronen- sowie Rastersondenmikroskopie (AFM und STM) zur Anwendung gelangen. Von den spektroskopischen Methoden haben sich vor allem die Kernspinresonanz-Strukturanalyse als auch die Fourier-Transform-Infrared (FTIR) Spektroskopie sowie die Piko- und Femtosekunden-Laserspektroskopie etabliert.
Was die zu untersuchenden Systeme betrifft, so ist deutlich eine Verlagerung von Einzelmolekülen (z. B. Proteinfaltung) hin zu supramolekularen Assemblies wie Nukleosomen, Ribosomen, Kernporenkomplexen sowie Muskel- und Zellskelettfilamenten festzustellen. Weiter bilden photoaktive Systeme wie Bakteriorhodopsin und photosynthetische Reaktionszentren einen thematischen Schwerpunkt. Schließlich hat sich die Struktur und Dynamik von Membranen zu einem wichtigen Thema entwickelt, wobei vor allem Lipid-Protein-Wechselwirkungen, Membranrekonstitutionen, die Struktur von Ionenkanälen, Elektroporation und optische Sonden im Zentrum dieser Aktivitäten stehen. Dieser Umstand erklärt denn auch den fließenden Übergang zur Studiengruppe Membranstruktur und -Transport.
Das breite methodische sowie thematische Spektrum der Studiengruppe begründet auch die rege Teilnahme seiner Mitglieder an diversen nationalen und internationalen Konferenzen, ein Umstand, der in den letzten Jahren zu einem gewissen "Auseinanderleben" der Studiengruppe geführt hat. Um diesem Trend entgegenzuwirken, sollen in Zukunft wieder vermehrt Fachtagungen der Studiengruppe organisiert werden.
(U. Aebi)
Studiengruppensprecher
Prof. Dr. Dirk Schneider
Universität Mainz
Pharmazie und Biochemie
Johann-Joachim-Becher-Weg 30
55128 Mainz
Tel.: 06131-3925833
Fax: 06131-3925348
dirk.schneider@uni-mainz.de
Stellvertreter
Prof. Dr. Lutz Schmitt
Universität Düsseldorf
Institut für Biochemie
Universitätsstr. 1
40225 Düsseldorf
Tel.: 0211-8110773
Fax: 0211-8115310
lutz.schmitt@uni-duesseldorf.de
Die Studiengruppe "Biomembranen" (vormals "Membran-Struktur und–Transport") der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) wurde 1977 gegründet. Sie wendet sich an Mitglieder der GBM und andere interessierte Kollegen, deren Forschungsschwerpunkte die Biochemie und Physiologie biologischer Membranen sind und die an wissenschaftlichen Fragestellungen zu Membrantransportprozessen, der Analyse und Strukturaufklärung von Membrankomponenten, der Kommunikation zellulärer Strukturen oder der angewandten biotechnologischen Membranforschung interessiert sind. Ähnlich wie die Vielgestaltigkeit von Biomembranen und deren funktionelles Repertoire soll die Studiengruppe ein fächerübergreifendes Forum für Biochemiker, Biophysiker, Mediziner u.a. sein und zur Förderung der Information und der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Biomembranforschung von pro- wie eukaryontischen und von in vitro Systemen beitragen.
Bei der Vielzahl und der Heterogenität der hierdurch definierten Arbeitsgebiete versteht die Studiengruppe sich als Plattform eines integrierenden Informationstransfers, um formale Disziplingrenzen zu überspannen. Gerade im Hinblick auf diesen integrativen Aspekt soll der direkte Austausch von Fragestellungen mit thematischen und methodischen Überschneidungen zwischen Mitgliedern in unterschiedlichen Forschungsbereichen gestärkt werden. Dies gelingt durch Workshops, Joint-Meetings und Symposien, dem alle 3 Jahre stattfindenden Biomembran-Forum sowie der aktiven Beteiligung der derzeit gut 600 Mitglieder an einem effektiven (elektronischen) Erfahrungsaustausch, der auch von der GBM untersützt wird.
Studiengruppensprecher
Prof. Dr. Franz-Georg Hanisch
Universität Köln
Med.Fak./Inst.für Biochemie II
Joseph-Stelzmann-Str. 52
D - 50931 Köln
Tel.: 0221-4784493
Fax: 0221-4787788
akd10@uni-koeln.de
Stellvertreter
Prof. Dr. Rudolf Geyer
Universitätsklinikum Gießen und Marburg
Biochemisches Institut
Friedrichstr. 24
D - 35385 Gießen
Tel.: 0641-9947400
Fax: 0641-9947409
rudolf.geyer@biochemie.med.uni-giessen.de
In der 1977 gegründeten Studiengruppe Glykobiologie haben sich Mitglieder der GBM zusammengeschlossen, die über Struktur und Funktion komplexer Glykane auf molekularer und zellulärer Ebene arbeiten. Komplexe Glykane stellen posttranslationale Modifikationen von Proteinen dar oder sind Komponenten von Glykolipiden, Lipopolysacchariden, Peptidoglykanen und Proteoglykanen. Man weiß heute, dass komplexe Glykane als primäre Marker der biomolekularen Erkennung fungieren und in Prozesse wie Zellerkennung, Zell-Zell- bzw. Zell-Matrix-Adhäsion, die zelluläre Zielsteuerung von Membranglykoproteinen (N- und O-Glykane), die Qualitätskontrolle von Glykoproteinen im Sekretionsprozess (N-Glykane) involviert sind, aber auch als Modulatoren der Proteinfunktion in nukleocytosolische Steuerungsprozesse (O-GlcNAc) oder über Signaltransduktion (Notch O-Fucosylierung) in die Regulation der Proteinexpression eingreifen.
Glykokonjugate spielen häufig eine essentielle Rolle bei Abwehr- und Erkennungs- prozessen, die bei der Ausbildung angeborener Immunität und damit im Kontext der Evolution von großer Bedeutung sind und deshalb in der Immunologie (Leukocyten-Rekrutierung am Ort des Entzündungsgeschehens), der Parasitologie, der Virologie (Viruserkennung und Infektion), der Reproduktionsbiologie (Ei-Spermienerkennung) und der Biotechnologie (z.B. als Bestandteil von Heilmitteln oder Vakzinen) zunehmendes Interesse finden. Glykokonjugate greifen tief in lebenswichtige Vorgänge ein, deren Störungen weitreichende Konsequenzen haben. Veränderte Glykanstrukturen sind beteiligt oder Ursache bei einer Reihe von Krankheiten, wie Herz-Kreislauferkrankungen, Tumoren und ihrer Metastasierung, Entzündungsvorgängen, Infektionen durch Pilze oder Bakterien, bei rheumatischen Erkrankungen oder erblichen Glykosylierungskrankheiten (CDG, Congenital Disorder of Glycosylation), wie sie z.B. bei einigen Muskeldystrophien vorliegen.
Technische Hürden machen die Glykobiologie teilweise immer noch zu einem Forschungsfeld für Spezialisten. Neue Techniken in der Synthese komplexer Glykane oder der metabolischen Markierung von Glykanen könnten den Zugang zu diesem Forschungsfeld jedoch ebenso erleichtern wie dies auf analytischer Seite durch die Entwicklung einer leistungsfähigen Massenspektrometrie geschehen ist.
Die Studiengruppe mit derzeit 261 Mitgliedern betrachtet es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben, die Kommunikation unter den Mitgliedern zu fördern und für einen schnellen Austausch von Forschungsergebnissen und technischem know how zu sorgen. Dies geschieht vor allem durch Kleinkonferenzen, Workshops und die jährliche, gemeinsame Tagung mit den niederländischen, französischen und (seit 2005) belgischen Studiengruppen für Glykobiologie. Die internationale Konkurrenzfähigkeit unserer Arbeitsgruppen soll durch die Mitwirkung der Studiengruppe an einer Reihe von regelmäßig stattfindender Tagungen gesichert werden, wie dem International Symposium on Glycoconjugates, dem European Carbohydrate Symposium (Eurocarb), den Tagungen der Society for Glycobiology oder dem International Carbohydrate Symposium.
Entsprechend dem fachübergreifenden Charakter des Forschungsgebietes werden von der Studiengruppe Wissenschaftler angesprochen, die auf den Feldern der Biochemie, der Zellbiologie, der Kohlenhydrat-Chemie, der Biotechnologie bis hin zur molekularen Medizin tätig sind.
Studiengruppensprecher
Prof. Dr. Thomas Roitsch
Universität Graz
Institut für Pflanzenwissenschaften/Physiologie
Schubertstr. 51
8010 Graz
Österreich
Tel.: +43 316 3805632
Fax: +43 316 3809880
thomas.roitsch@uni-graz.at
Stellvertreter
Prof. Dr. Claus Wasternack
Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie
Abt. Naturstoff-Biotechnologie
Weinberg 3
D - 06120 Halle/Saale
Tel.: 0345-55821210
Fax: 0345-55821219
cwastern@ipb-halle.de
Eine Vielzahl von Mitgliedern der Gesellschaft sind in biochemischer und molekularbiologischer Forschung an Pflanzen tätig. Diesen Mitgliedern bietet eine eigene Studiengruppe ein Forum innerhalb der GBM. Damit kommen Mitglieder aus pflanzenspezifischen Feldern, wie z. B. Photosynthese, N2-Fixierung, Chloroplastenentwicklung, Transport, Hormone, lichtinduzierte Prozesse, biotischer und abiotischer Stress oder Pflanze-Pathogen-Interaktionen. in den Austausch von Erfahrungen und Information.
Ein Schwerpunkt der Studiengruppenarbeit ist die jährlich stattfindende Tagung "Molekularbiologie der Pflanzen". Sie ist seit vielen Jahren bei sukzessive wechselnder Organisation stets ein Höhepunkt zu den genannten Feldern pflanzlicher Molekularbiologie und Biochemie. Ihr Prinzip ist es, in 10-minütigen Kurzvorträgen und ausgewählten Postern einen jährlichen Fortschrittsbericht auf hohem Niveau aus möglichst vielen Arbeitsgruppen zu garantieren.
Weitere Aktivitäten der Studiengruppe sind Workshops zu einem methodisch und pflanzlich orientierten Thema im Rahmen der Jahrestagung der GBM und der Analytica Conference.
(Claus Wastemack)
Studiengruppensprecher
Prof. Dr.med. Cord-Michael Becker
Universität Erlangen-Nürnberg
Inst. f. Biochemie
Fahrstr. 17
D - 91054 Erlangen
Tel.: 09131-8524190
Fax: 09131-8522485
C.M.Becker@biochem.uni-erlangen.de
Unter dem Einfluß molekularbiologischer Methoden hat sich die Molekulare Medizin an der Schnittstelle von Medizin, Biochemie und Genetik als eigene Arbeitsrichtung zunehmend verselbständigt. Die Molekulare Medizin wendet Methoden der DNA-Analytik und des Proteinnachweises sowie zellbiologische Verfahren zur Aufklärung von Krankheitsursachen und zur Entwicklung neuer Therapieverfahren an. Die Studiengruppe Molekulare Medizin richtet sich an Mitglieder der GBM, die an Fragen der Pathogenese und Therapie insbesondere auf den Gebieten Genomanalyse, Immunologie, Infektionskrankheiten, Onkologie, Neurobiologie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gentherapie interessiert sind. Sie soll ein Forum für Biochemiker, Molekularbiologen und Mediziner bilden, das die Fächergrenzen zwischen naturwissenschaftlichen und medizinischen Denkweisen ebenso wie fachbezogenes Denken innerhalb medizinischer Arbeitsrichtungen überwinden will. Der interdisziplinäre Ansatz der Molekularen Medizin steht daher auch im Gegensatz zur traditionellen Fächergliederung der Medizin, so können z.B. die Wirkmechanismen der Zytokine sowohl im Mittelpunkt des Interesses von Immunbiochemikern als auch von Internisten, Chirurgen, Pathologen und Neurowissenschaftlern stehen.
Zu den Themenschwerpunkten der Studiengruppe zählen: 1. Molekulare Mechanismen der Pathogenese Untersucht werden genetische und epigenetische Mechanismen von Zellnoxen sowie die an ihrer Entstehung und Kompensation beteiligten Zellstrukturen und Regulationsprozesse. 2. Molekulare Diagnostikverfahren Rekombinante Genetik und Methoden der DNA-Amplifikation besitzen in der Labordiagnostik bereits einen hohen Stellenwert. Molekulare Marker werden aber auch zunehmend für bildgebende Diagnostikverfahren an Bedeutung gewinnen. In diesem Schwerpunkt sollen u.a. Anwendungsmöglichkeiten von Neuentwicklungen der Molekularbiologie diskutiert werden. 3. Molekulare Therapieansätze Verfahren der molekularen Pharmakologie, insbesondere die selektive Beeinflussung von molekularen Enzym- und Rezeptorvarianten, zählen ebenso zu den Zielrichtungen der Molekularen Medizin wie die Entwicklung rekombinanter Therapieverfahren einschließlich des somatischen Gentransfers.
Ziel der Studiengruppe soll es sein, die Zusammenarbeit von Klinikern und Naturwissenschaftlern zu stärken und damit einen frühzeitigen Wissens- und Technologietransfer in die Klinik zu ermöglichen. Im Gegensatz zu rein experimentellen Ansätzen ist die Molekulare Medizin naturgemäß auch klinisch orientiert und damit in starkem Maße ethischen und praktischen Beschränkungen unterworfen. Daher soll die intensive Interaktion gleichzeitig dazu beitragen, naturwissenschaftliche Fragestellungen frühzeitig vor dem Hintergrund des klinisch Realisierbaren zielgerichtet zu planen. Um eine gleichberechtigte und reibungslose Vertretung experimenteller und klinischer Denkweisen zu ermöglichen, soll der Arbeitskreis wechselnd von einem/r primär klinischen und einem/r primär experimentell tätigen Sprecher/in und Stellvertreter/in geleitet werden.
(C.-M. Becker)
Studiengruppensprecher
Prof.Dr.Roland Brandt
Universität Osnabrück
Abteilung Neurobiologie
Barbarastr. 11
D - 49076 OsnabrückLeipzig
Tel.: 0541 9692338
Fax: 0541 9692354
brandt@biologie.uni-osnabrück.de
Stellvertreter
Prof. Dr. Gerald Thiel
Universität des Saarlandes
Med.Biochemie
Geb. 44
D - 66421 Homburg/Saar
Tel.: 06841-1626506
Fax: 06841-1626500
gerald.thiel@uniklinik-saarland.de
Die Studiengruppe Molekulare Neurobiologie wurde 1977 gegründet und firmierte 30 Jahre unter dem Namen „Studiengruppe Neurochemie“. Die Änderung des Namens verdeutlicht, dass hier nicht nur Biochemiker, sondern auch Molekularbiologen, Zellbiologen, Neurogenetiker und Neuroanatomen ein wissenschaftliches Diskussionsforum finden. Und so definiert sich die Studiengruppe als eine Population von Biowissenschaftlern aller Provenienzen, die sich unter einer gemeinsamen Fragestellung zusammenfinden, um interdisziplinär Antworten auf Fragen nach der molekularen Funktionsweise des Nervensystems zu suchen. Die Bandbreite der diskutierten Themen spannt sich von der Isolierung und Charakterisierung von Molekülen des Nervensystems, der Regulation der Genexpression im Nervensystem, der Analyse von Signaltransduktionswegen, über Aspekte der Apoptose und Neuroprotektion bei neuropathologischen Erkrankungen bis hin zu zell- und entwicklungsbiologischen Fragestellungen und Methoden. Diese Themen werden in der bijährlichen Tagung der Studiengruppe diskutiert, die am Ort des Sprechers der Studiengruppe veranstaltet wird. Darüber hinaus bringt die Studiengruppe Symposiumsvorschläge in die GBM Herbsttagung und die Göttinger Tagung der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft ein.
Molecular Neurobiology: Pathways in Health and Disease
Informationen und Registrierung zum „Meeting of the Study Group ‚Molecular Neurobiology’ together with the ‚5. Westerberger Herbsttagung’” (16.-18.09.2010 in Osnabrück):
http://www.biologie.uni-osnabrueck.de/Neurobiologie/GBM/gbm.html
Studiengruppensprecher
Prof. Dr. Peter Rehling
Universität Göttingen
Biochemie II
Heinrich-Düker-Weg 12
D - 37073 Göttingen
Tel.: 0551 395948
Fax: 0551 395979
peter.rehling@medizin.uni-goettingen.de
Die Studiengruppe Molekulare Zellbiologie wurde 1995 gegründet. Sie besteht gegenwärtig aus ca. 275 Mitgliedern. Molekulare Zellbiologie ist ein sehr breit gefächertes Gebiet. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum wir in Deutschland keine übergreifende Aktivität haben, welche dieses breite Forschungsgebiet zusammenbringt und zusammenhält. Die Studiengruppe hat das Ziel, Zellbiologen mit einem molekularen Interesse einander näherzubringen. Die wichtigen Themenbereiche der modernen Zellbiologie, die in dieser Studiengruppe besonderes Gewicht haben, sind die molekulare Organisation und Entstehung der Zelle, die Biogenese von Organellen, konstitutive und regulierte Exozytose und Endozytose, das Zytoskelett und die Zytoskelett-vermittelte Dynamik zellulärer Prozesse, Proteinfaltung und Chaperone, Proteindegradation, Chromatin und Chromosomen, Ribonucleoproteine, RNA-Prozessierung und Lokalisierung, Stress-Antwort, Zell-Zell-Interaktion einschließlich extrazellulärer Matrix, Signaltransduktion, Zellzyklus und Zellzykluskontrolle, Zelldifferenzierung, Zellmotilität und Zellpolarität, programmierter Zelltod.
Vielfach ist die Wahl des richtigen Organismus, der richtigen Zellinie, entscheidend für die erfolgreiche Bearbeitung eines zellbiologischen Problems. Neben dem 'richtigen' Organismus sind die Methoden extrem wichtig für die erfolgreiche Aufklärung eines zellbiologischen Phänomens, wobei methodisch sehr breit geforscht werden sollte. Das wird wesentlich erleichtert, wenn es unter den Zellbiologen zu einem kontinuierlichen Austausch von Erfahrung und Know-how kommt und die Diskussion mit Vertretern anderer Sparten gesucht wird. Ein wichtiges Ziel dieser Studiengruppe ist es daher, solche Kontakte zu fördern. Dazu dienen die Veranstaltungen der Studiengruppe, als Beteiligung an anderen zellbiologischen Veranstaltungen, als eigene Kolloquien oder im Rahmen der Tagungen der GBM.
(Ed Hurt)
Studiengruppensprecher
Prof. Dr. Reinhard Sterner
Universität Regensburg
Inst.f. Biophysik u. Physik. Biochem.
Universitätsstr. 31
D - 93053 Regensburg
Tel.: 0941-9433015
Fax: 0941-9432813
reinhard.sterner@biologie.uni-regensburg.de
Stellvertreter
Prof. Dr. Harald Kolmar
TU Darmstadt
Clemens-Schöpf-Institut/Biochemie
Petersenstr. 22
D - 64287 Darmstadt
Tel.: 06151-163657
Fax: 06151-165399
kolmar@biochemie-tud.de
Die Möglichkeit zur biologischen Überproduktion von Polypeptiden mit Hilfe der Gentechnik hat seit Mitte der 80er Jahre zu einer Renaissance in der Proteinchemie geführt. Protein Engineering beschreibt die gezielte Veränderung in der Natur existierender Proteine, während Protein Design für eine aktuelle Zielrichtung steht, welche die Konstruktion künstlicher Proteine mit neuartigen Eigenschaften zum Gegenstand hat. Das zur Realisierung dabei angewandte Methodenspektrum reicht vom Computer-Einsatz zur Strukturplanung über die gentechnische Produktion und biochemische Charakterisierung der "synthetischen" Proteine bis hin zur ihrer Strukturanalyse. Neben rationalen Ansätzen zur Konstruktion von Proteinen nehmen sogenannte evolutive Vorgehensweisen zunehmend eine wichtige Rolle ein.
Die Studiengruppe wurde zum Jahresanfang 1994 gegründet, um in der GBM ein interdisziplinäres Gesprächsforum zu schaffen, das die Entwicklung und Etablierung dieses neuen Forschungsgebiets fördern soll. Dabei werden Wissenschaftler angesprochen, die unter anderem auf den Feldern Proteinchemie, angewandte Gentechnik, Strukturanalyse und Biocomputing tätig sind. Der Schwerpunkt des Meinungsaustauschs sollte auf der gezielten Realisierung von Proteinen mit neuen strukturellen und funktionellen Eigenschaften liegen. Gefördert werden soll nicht nur der Kontakt innerhalb der akademischen Forschung, sondern gerade auch der Bezug zu anwendungsorientierten Fragestellungen in Medizin und Industrie. Die Studiengruppe umfasst derzeit gut 200 Mitglieder.
Seit der Gründung der Studiengruppe finden jährlich Treffen zumeist im Rahmen einer Nachmittagssitzung auf der GBM-Herbsttagung oder auf der Analytica Conference in München statt.
(A. Skerra)
Studiengruppensprecher
PD Dr. Gaby-Fleur Böl
Bundesinstitut für Risikobewertung
Abt. Risikokommunikation
Thielallee 88-92
D - 14195 Berlin
Tel.: 030 84123229
Fax: 030 84121243
gaby-fleur.boel@bfr.bund.de
Stellvertreter
Prof. Dr. Karlheinz Friedrich
Universität Jena
Institut für Biochemie
Nonnenplan 2
D - 07743 Jena
Tel.: 03641-938646
Fax: 03641-938642
khf@mti.uni-jena.de
Die GBM-Studiengruppe 'Rezeptoren und Signaltransduktion' wurde im Dezember 2000 gegründet und besteht zurzeit aus 522 eingetragenen Mitgliedern. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, das Themengebiet der Rezeptor-vermittelten, intrazellulären Signalweiterleitung in der GBM zu bündeln.
Im Dezember 2005 wurden Gaby-Fleur Böl und Karlheinz Friedrich von den Mitgliedern als neues Sprecher-Team der GBM-Studiengruppe per Mail gewählt. Das neue Sprecher-Team setzt sich verstärkt für eigene Symposien zu Schwerpunktthemen, methodische Arbeitstagungen sowie gezielte Nachwuchsförderung ein, u. a. durch den bereits zum zweiten Mal verliehenen ’GBM Innovation Award for Young Scientists’ und das gemeinsam mit der GBM-Studiengruppe ’Biochemische Pharmakologie und Toxikologie’ organisierte Nachwuchswissenschaftler-Meeting ’Young Scientists meet Experience’ auf der Reisensburg bei Ulm.
Im Rahmen der GBM-Herbsttagung vom 27. – 30.09.2009 in Aachen ist geplant, gemeinsam mit der Studiengruppe ’Chemische Biologie’ die Ausrichtung eines Workshops über ’Signal Transduction and Drug Discovery’ zu organisieren. Beim 13. Joint Meeting ’Signal Transduction – Receptors, Mediators and Genes’ vom 28. – 31.10.2009 in Weimar ist ebenfalls ein eigener Workshop der GBM-Studiengruppe in Vorbereitung (Anmeldung über die Internetseite der Signal Transduction Society (STS) unter www.sigtrans.de). Die Workshops beider Tagungen werden durch ’Keynote Talks’ eingeleitet und aus eingereichten Teilnehmer-Beiträgen in Form von Kurzvorträgen und Postern gestaltet.
Studiengruppensprecher
Prof. Dr. Dagmar Klostermeier
Universität Basel
Biozentrum/Biophysikal.Chemie
Klingelbergstr. 50-70
CH - 4056 Basel
Tel.: +41 61 2672381
Fax: +41 61 2672189
dagmar.klostermeier@unibas.ch
Die Studiengruppe RNA-BIOCHEMIE wurde im Rahmen der GBM-Herbsttagung im September 2001 gegründet. Sie dient als Forum für Arbeitsgruppen aus dem gesamten Gebiet der RNA-Biochemie und will einen regelmäßigen Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den RNA-Gruppen aus dem deutschsprachigen Raum ermöglichen.
Dem Erfahrungsaustausch dienen u.a. die Homepage der Studiengruppe und regelmäßige RNA-Meetings, die allen Arbeitsgruppen aus dem gesamten Gebiet eine Gelegenheit bieten, ihre Arbeiten präsentieren und diskutieren zu können. Auch auf diesem Gebiet engagierte Firmen bietet sich Gelegenheit neue Geräte, Methoden und Trends zu präsentieren. Das erste Meeting der Studiengruppe fand vom 30.07.-02.08.2002 im Heinrich-Fabri-Institut in Blaubeuren unter dem Thema "RNA and Disease - RNA Interferenz" statt. Die aktuellen Aktivitäten sind im Veranstaltungskalender der Studiengruppen nachzulesen.
Studiengruppensprecher
Prof. Dr. Dirk Heinz
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Abt. Strukturbiologie
Inhoffenstr. 7
D - 38124 Braunschweig
Tel.: 0531-61817000
Fax: 0531-61817098
Dirk.Heinz@helmholtz-hzi.de
Stellvertreter
Prof. Dr. Caroline Kisker
Universität Würzburg
Rudolf-Virchow-Zentrum
Josef-Schneider-Straße 2, Haus D 15
D - 97080 Würzburg
Tel.: 0931-20148300/1
Fax: 0931-20148309
caroline.kisker@virchow.uni-wuerzburg.de
In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich die Strukturbiologie von einer zunächst eher (atom)physikalisch geprägten Methodik zu einem der Grundpfeiler der Lebenswissenschaften entwickelt. Wie keine andere Methode liefert die Strukturbiologie Informationen, die ein präzises Verständnis biologischer Strukturen und Prozesse bis hin zur atomaren Auflösung ermöglichen. Die Röntgenstrukturanalyse von Biomakromolekülen, welche zweifellos den größten Anteil an den bisher aufgeklärten 3D-Strukturen hat, wird zunehmend komplementiert durch die Kernresonanzspektroskopie (NMR), welche Strukturen und deren Dynamik in Lösung beschreibt, sowie die Elektronenmikroskopie (EM), wo insbesondere die Kryoelektronenmikroskopie von Einzelmolekülen detaillierte Einblicke in große makromolekulare Komplexe und Assemblies von inzwischen nahezu atomarer Auflösung ermöglicht. Es ist zu erwarten, dass die inzwischen weltweit initiierten Structural Genomics-Initiativen in der Zukunft eine möglichst vollständige Beschreibung aller Strukturen von Biomakromolekülen und deren vielfältige Interaktionen im System "Zelle" erlauben werden. Bereits jetzt sind neue Strategien und Ansätze zur Entwicklung von Wirkstoffen jeglicher Art ohne die Strukturbiologie undenkbar.
Auf Grund der besonderen, disziplinenübergreifenden Bedeutung der Strukturbiologie, auch in Deutschland, wurde im Juni 2005 die Studiengruppe Strukturbiologie gegründet. Wesentliches Ziel der Studiengruppe ist zunächst die Förderung der Kommunikation und Kooperation zwischen Strukturbiologen und anderen Biowissenschaftlern. Es ist geplant, die ebenfalls ab 2005 stattfindendeMurnau Conference on Structural Biology (s. www.murnauconference.de) als Jahrestagung und Forum der Studiengruppe zu etablieren. Ziel der zweijährlich stattfindenden Tagung ist es, international renommierte Strukturbiologen mit Nachwuchswissenschaftlern zusammenzubringen, um während drei Tagen hochaktuelle strukturbiologische Themen mit biomedizischer Relevanz in der entspannenden Atmosphäre des bayerischen Alpenvorlands zu diskutieren. Mit dieser Tagung wird die wissenschaftlich ausgewiesene Strukturbiologie in (Mittel)europa eine wichtige Lücke im Vergleich zu ähnlich geprägten Tagungen z. B. in den U.S.A. schließen können.
GBM-beauftragter "Studiengruppensprecher"
Dr. Ronald Frank
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Chemische Biologie
Inhoffenstr. 7
D - 38124 Braunschweig
Tel.: 0531-61813400
Fax: 0531-6181795
frank@helmholtz-hzi.de
Die Aufklärung molekularbiologischer Vorgänge mittels niedermolekularer Sonden, die Proteinfunktionen und -interaktionen beeinflussen, steht im Mittelpunkt der Chemischen Biologie. Dabei handelt es sich um ein typisches Postgenomics-Forschungsgebiet, das große Bedeutung u.a. für die systematische Analyse von inter- und intrazellulären Kommunikationswegen hat.
Die GBM, die DECHEMA, die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft und die Gesellschaft Deutscher Chemiker haben während der BioPerspectives 2005 die gemeinsame Fachsektion Chemische Biologie gegründet.
Wichtigstes Ziel der neuen Fachsektion ist der Start des ChemBioNet als ein Experten- und Ressourcen-Netzwerk zur Unterstützung der Chemischen Biologie in der akademischen Grundlagenforschung.